Landtechnik-Herbst 2020

Wenn der Roboter füttert

Auch die Fütterung lässt sich automatisieren. Die Systeme unterscheiden sich aber stärker als beim Melkroboter.

Nach dem Melken macht das tägliche Füttern mit knapp 20 bis 25 % den nächsten grossen Zeitblock der Milchproduktion aus. In der Praxis liegt der Zeitbedarf je Kuh und Jahr je nach Mischsystem, betrieblicher Organisation und Bestandsgrösse bei ­etwa 2,6 Stunden.

Mit der Automatisierung lässt sich Arbeitszeit sparen und flexibler handhaben. Durch die mehrmalige tägliche Futtervorlage können die Tiergesundheit und Leistung steigen. Allerdings steigen auch die Kosten.

Vor der Investition, egal ob Neu-, Alt- oder Umbaulösung, sollten Landwirte die betrieblichen Gegebenheiten klären. Zum Beispiel, wie sich sowohl die melkenden Kühe als auch weitere Tiergruppen bis hin zu den einzelnen Jungviehställen an das Fütterungssystem anschliessen lassen. Sollten sich abgelegene Bereiche nicht in die Fütterungsstrecke integrieren lassen (zu grosse Entfernung, Kreuzen von Fahrwegen et cetera), müssen die Landwirte hier weiter auf die bewährte Fütterungstechnik setzen oder andere Alternativen finden.

(Teil-) Automatisch

Im Prinzip sind alle angebotenen Systeme teilautomatisiert. Denn für das Befüllen der Futtervorratsbunker ist meist immer noch eine zweite Mechanisierung nötig.

Die Systeme zur automatisierten Grobfutter- und Mischrationsvorlage unterscheiden sich darin, ob sie tiergruppen- oder einzeltierbezogen ar­beiten. Darüber hinaus unterscheiden sich die Systeme in stationär be­ziehungsweise mobil, schienengeführt oder selbstfahrend. Futtergruppen lassen sich mit stationären oder mobilen Anlagen versorgen.

Mobile Kombisysteme

Zudem gibt es Unterschiede beim ­Lagern des Futters: In der geringsten Automatisierungsstufe füllt der Landwirt das Futter direkt vom Grundfuttersilo zum Beispiel mit einer Greif- oder Schneidzange in einen stationären Mischer, der es direkt verarbeitet. Oder der Landwirt lagert das Futter in einem Vorratsbunker zwischen, sodass die ­Anlage es kontinuierlich je nach herzustellender Ration verarbeitet.

Bei den schienengeführten Systemen gibt es Verteil- und Futtermischwagen. Sie fahren die stationären Vorrats- oder Mischbehälter an und werden dort befüllt. Die Verteil- beziehungsweise Futtermischwagen sind entweder akkubetrieben oder werden über Schleppkabel beziehungsweise Schleppkontakte oder eine sepa­rate Stromschiene mit Strom versorgt. Der Leistungsbedarf liegt je nach Fabrikat und Grösse der Mischwagen bei 2 bis 15 kW, bei den Verteilwagen bis zu 50 kW. Sie...

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