Pflanzenbau

"Precision-Planting" im Kartoffelbau

Auf der Strickhof-Versuchsparzelle in Humlikon werden die Kartoffeln im Anbauverfahren mit homogen kalibriertem Pflanzgut geerntet.
Auf der Strickhof-Versuchsparzelle in Humlikon werden die Kartoffeln im Anbauverfahren mit homogen kalibriertem Pflanzgut geerntet.

Die Einzelkornsaat hat sich bei Mais und Zuckerrüben bewährt. Nun laufen auch bei den Kartoffeln erste Versuche mit homogenem Pflanzgut.

Bei Mais und Zuckerrüben ist eine präzise Standraumverteilung durch Einzelkornsaat schon seit Langem etabliert. Bei Raps hat sie in den letzten Jahren zugenommen. Im Getreideanbau laufen aktuell Versuche zur Optimierung mittels Einzelkornablage. Im Kartoffelbau ist man aber noch herkömmlich unterwegs. Gepflanzt werden Kartoffeln zwar in Stücken, gehandelt wird aber in Gewichtseinheiten.
Die Kalibrierung der Pflanzknollen innerhalb der Normalsortierung beträgt in der Schweiz 35 bis 50 mm beziehungsweise 35 bis 45 mm. Dies ist eine relativ hohe Varianz. Bei Importposten, wo die Kaliberobergrenze 55 mm beträgt, ist sie noch höher. Die Verteilung der Knollen innerhalb der vorgegebenen Bandbreite ist selten gleichmässig. Ein Posten kann sowohl mehr grossfallende Knollen als auch eher kleinere beinhalten.

Kaliber und Ertragspotenzial
So ist die Knollenzahl je 100 kg von Sorte zu Sorte, von Jahr zu Jahr und von Posten zu Posten unterschiedlich. Das macht eine exakte Kalkulation der erforderlichen Pflanzgutmengen schwierig.
Kleinere und grössere Pflanzgutknollen verhalten sich auch im Wachstum unterschiedlich. Eine auf die Pflanzgutgrösse abgestimmte Pflanzung bleibt demnach ein Kompromiss.
Pflanzkartoffeln als vegetative Vermehrungsorgane besitzen eine Triebkraft und ein Ertragspotenzial, die kaliberabhängig sind. Je grösser eine Pflanzknolle, umso mehr Nährstoffreserven – vorwiegend in Form von Stärke – lagert sie ein zur Bildung neuer Keime beziehungsweise neuer Triebe.
Grosskalibrige Pflanzknollen führen zu einem früheren Feldaufgang (siehe Übersicht LANDfreund-Ausgabe 12/18 ). Sie bilden auch mehr Stängel aus als kleinere. So sind ihr Potenzial und in der Regel auch die effektiv angelegte Anzahl Tochterknollen je Staude höher.
Dafür legen Knollen von einer Staude mit tiefer Knollenzahl tendenziell schneller an Grösse zu. Je nach Sorte und Produktionsrichtung sind eher kleinere oder grössere Pflanzknollen im Vorteil.
In der aktuellen Anbaupraxis sind Stauden aus kleinen und grossen Pflanzknollen im ganzen Feld bunt gemischt. Es ist denkbar, dass durch separate Pflanzung von kleinen und grossen Pflanzkartoffeln regelmässigere Bestände mit dazugehörigen Vorteilseffekten möglich sind.

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Schlagworte

utm, Pflanzknolle, Vorteilspakete, landfreund, Einzelkornsaat, Kartoffelbau, Zuckerrüben, kleinere, Posten, Knollen

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