PSM

Aktionsplan mit Nebenwirkungen

Was ist Ihre Meinung zum Aktionsplan Pflanzenschutz? Wir fragten drei Experten, die für den Kartoffel- und den Getreideanbau stehen sowie für die Pflanzenschutzberatung.

Was ist Ihr Fazit zum bisherigen «Erfolg» des Aktionsplans?

Ramseyer: Die Kartoffel ist nach wie vor eine PSM-intensive Kultur, und eine Einsparung von Pflanzenschutzmitteln ist schwierig. Aber auf den Betrieben gab es viele Verbesserungen im Umgang mit PSM. Viele Produzenten erstellten neue Befüll- und Waschplätze. Der Aktionsplan und jetzt die Parlamentarischen Initiativen 19.475 führen dazu, dass Projekte zum Herbizidverzicht, zur alternativen Krautvernichtung und zum gezielten Einsatz von Fungiziden reaktiviert oder neu lanciert wurden.

Welche Zielkonflikte verursachen die Massnahmen?

Ramseyer: Gerade dieses Jahr hat gezeigt, dass die Reduktion von Pflanzenschutzmitteln im Kartoffelbau sehr anspruchsvoll sein kann. Eine mechanische Unkrautregulierung oder eine mechanische Krautvernichtung war vielerorts nur unter schwierigen Bodenverhältnissen möglich, und vereinzelt mussten sicher Bodenverdichtungen in Kauf genommen werden.

Worauf müssen die Landwirte noch vermehrt achten?

Ramseyer: Der Aktionsplan hat dazu geführt, dass beispielsweise bei der Unkrautregulierung wieder vermehrt mechanisch gearbeitet wird – und das ist auch gut so. Nebst dem Wissen, über das viele Kartoffelproduzenten heute noch verfügen, ermöglichen moderne Striegel- und Hackgeräte eine effiziente mechanische Unkrautregulierung. Nichtdestotrotz sind diese Arbeiten sehr aufwendig und erfordern eine entsprechende Entschädigung. Leider wird das ab 2023...

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Der Aktionsplan Pflanzenschutzmittel zeigt seine Wirkung: Bauernfamilien bekämpfen Unkraut häufiger ohne Pflanzenschutzmittel, und durch Waschplätze sind die Gewässer besser geschützt.