Aktuelles aus dem Pflanzenschutz

Nichts von Black-Friday-Stimmung an diesem 29. November am Strickhof. Es ging nicht um den Ausverkauf der Landwirtschaft, sondern um eine verantwortungsvolle. Trotz den allseits verteufelten Pflanzenschutzmitteln steht Syngenta zu seinen Wirkstoffen und Mitteln. Zentrales Thema am Syngenta-Pflanzenbau-Event war denn auch Nachhaltigkeit.

Alexandra Brand, oberste Nachhaltigkeitschefin (Chief Sustainability Officer) von Syngenta, betonte in ihrem Referat denn auch, dass für Syngenta längst nicht mehr Ertragssteigerungen und Verkaufsumsätze im Vordergrund stünden, sondern es gelte die Landwirtschaft umweltschonender zu gestalten. Im Fokus hat Syngenta Ertragssteigerungen und Ertragsstabilität, Ackerland fruchtbar machen, Biodiversitätsförderung, Hilfe zur Selbsthilfe bei Kleinbauern, Anwenderschutz und –schulung. Zum Innovationstreiber von Syngenta sei die Natur und die Gesellschaft geworden, so Brand. Diese höre auch nicht in der Landwirtschaft auf, sondern umfasse immer mehr die gesamte Wertschöpfungskette. Als Beispiel erwähnte sie, die Zusammenarbeit mit Kellogs in den USA. Dabei zeigt Syngenta Sustainable Solutions den Landwirten, wie sie durch die gezielte Erfassung und Analyse von Daten nachhaltigere Entscheidungen treffen können. Basierend auf Effizienzindikatoren wie Flächen-, Wasser- und Stickstoffnutzung sowie Schutz des Bodens und Treibhausgas-Emissionen ergeben sich daraus aussagekräftige Messgrössen für die Kunden in der Nahrungsmittelindustrie.

Auch der Klimawandel findet Eingang in die Syngenta-Zuchtstrategie. So werde 2021 eine trockenheitsresistente Maissorte in der Schweiz eingeführt. Zudem schreite die Zucht von Hybrid-Weizen voran. In drei Jahren werde man diesen in Frankreich einführen. Bei Hybridweizens geht man von höheren Ertrag aus, bei gleichbleibendem oder reduziertem Einsatz von Düngemitteln und PSM sowie geringerem Wasserbedarf.

Zu den Pflanzenschutzinitiativen nahmen Anna Bozzi von Scienceindustries und Ferdi Hodel vom Zürcher Bauernverband Stellung. Sie wehren sich gegen die Pauschalkritik an PSM-Anwendungen – was wahrhaftig nicht ganz einfach ist. Angesichts des grossen Diskussionsbedarf kamen die eigentlichen pflanzenschützerischen Themen an der Tagung fast zu kurz.

Eine interessante Alternative zu fixen Spül- und Waschplätzen stellte Christian Saglini von Syngenta vor. Er präsentierte RemDry, welches aus zwei Modulen besteht:

  • Mobile Reinigungsplattform aus PVC-Plane für den Mischungs- und Befüllvorgang bzw. Entleerung und Reinigung in zwei Grössen 6X6 m für Obstbau oder 6X12 m für Feldbau.
  • Achteckiger Stahltank mit einem transparenten Dach und seitlichen Gitteröffnungen. Eine Fixierung auf Betonfläche ist nicht nötig, aber Verankerungen stehen zur Verfügung. Der RemDry-Tank kann bis zu 2500 l Spülwasser aufnehmen. Durch Sonnenlicht und Wind verdunstet das Wasser. Pflanzenschutzmittelrückstände bleiben in fester Form auf der Innenfolie zurück. Diese könne man anschliessend bei einer Rücknahmestelle für Chemieabfälle entsorgen.

Exklusiver Vertriebspartner ist die fenaco-Landi-Gruppe. Jedes Modul ist einzel erhältlich und die Kosten halten sich laut Saglini im Rahmen. Zudem werde der Erwerb in einigen Kantonen finanziell unterstützt, beispielsweise zahlt der Kanton Waadt den Landwirten die Hälfte des Kaufpreises.

Joel Meier führte durch den Anlass, aber zum Schwerpunkt kam er erst am Schluss: Was gibt es für neue Mittel und wie haben diese sich in Feldversuchen bewährt?

2020 steht den Landwirten das Funghizid Kantik neu zur Verfügung. Es besteht aus den Wirkstoffen Prochloraz, Fenpropidin und Tebuconazole. Das Produkt verfügt über ein breites Wirkungsspektrum gegen Pilzkrankheiten in Weizen, Gerste, Roggen und Triticale. Zum Schutz von Gewässerorganismen ist eine Pufferzone von 50 m zu Oberflächengewässern einzuhalten. Die Stärke liegt in der Bekämpfung früh auftretender Erreger, sodass sich das Präparat für die erste Spritzung und den frühen Einsatz ab dem 1-Knoten-Stadium (BBCH 31) eignet (maximal eine Behandlung pro Kultur). Nachfolgend im Fahnenblattstadium empfiehlt Meyer Elatus Era.

Nach dem Wegfall der Beizung sei der Rapserdfloh zum „VIP-Schädling“ im Raps geworden. Sorgen bereitet Meyer, dass auch in der Schweiz erste Pyrethroidresistenzen festgestellt worden sind. Eine Möglichkeit seien nichtgespritzte Rückzugsorte, so dass sich sensible Stämme aufbauen können und nicht nur resistente Stämme überleben.

Fotos: Neues bei der Gülleausbringung für 2020

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Artikel geschrieben von

Daniela Clemenz

Redaktorin

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