Wildblumen

Alles vergeht – Blume besteht

Da, wo sonst nicht viel wächst, stehen bei Landwirt Jürg Schneebeli Blumen. Schon seit 30 Jahren. Heute bekommt er sie bezahlt.

Eigentlich war Biobauer Jürg Schneebeli (54) aus Ottenbach (ZH) nie der grosse Pflanzenkenner. Für den Meisterlandwirt musste er aber ran. Gras, Kräuter, Klee: «Bei der Prüfung musste man die unterscheiden können.» Also zog er los. In die Natur, denn im nahen Umfeld fand er nichts. «Da ist mir bewusst geworden, wie wenige Arten wir nur noch auf unserm Land haben», sagt er. Kein Wunder, schliesslich ist sowohl im Acker- als auch im Futterbau ein gleichmässiger, schneller Aufwuchs mit viel Energie und Eiweiss gefragt. «Wer will schon mit Blumen füttern, da ist doch nichts drin.» Ein Jahr später gab Schneebeli den Wildblumen eine Chance und das lange vor den staatlichen Förderprogrammen. Zwei kleine Wiesen und eine Ackerfläche direkt am Betrieb mussten herhalten. «Mit denen war ich nie glücklich», sagt der Landwirt. Magerer, sandiger Boden, ungünstig geschnittene Stücke mit schlechten Ernten: Die Flächen waren die Anbaumühen von Gras und Getreide nicht wert. Schneebeli wollte das ändern – und pflanzt seine ersten Blumenwiesen an.

Aller Anfang ist schwer

Leichter gesagt als getan, das Unkraut war schneller. «Das Anbaujahr war Mist, alle Mitschüler haben mich ausgelacht», erinnert er sich. Weil die Blumen so spät keimten, stahl das Unkraut Platz und Licht. Schneebeli hielt gegen: Er jätete, eggte, mähte und…wartete. Noch heute wird er für seine Mühen belohnt. Mit ihrer Artenvielfalt bereichern die Wiesen nun schon seit 30 Jahren Insekten, Bienen und das Landschaftsbild. Seit Kurzem zahlen sie sich nun auch finanziell für den Landwirt aus.

Arten für Q2

Artenreiche Heuwiesen, auch Blumen- oder Wildblumenwiesen genannt, können als Q2-Massnahme angerechnet werden. Für 1 ha zahlt der Staat dann 1920 CHF statt der 1080  CHF für Q1.

Mehr dazu erfahren Sie auf Seite 32 in der aktuellen LANDfreund-Ausgabe 05/2019.

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Artikel geschrieben von

Hanne Honerlagen

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