Pflanzenschutz im Obstbau

Barths setzen auf Biostimulanzien

Erstmals setzte Christian Barth auf dem Feierlenhof Biostimulanzien ein. Der Krankheitsdruck liess sich erfolgreich eindämmen, davon konnten sich seine Berufskollegen an der gestrigen Versuchsbesichtigung überzeugen. Barths wollen nächstes Jahr diese alternativen Behandlungsmethoden auf 2 ha ausdehnen.

Biostimulanzien bestehen beispielsweise aus effektiven Mikroorganismen (EM), Pflanzenextrakten oder Algenpräparaten – und Energie, wie Bernhard Stucki von der Leu+Gygax AG an der gestrigen Versuchsbesichtigung auf dem Feierlenhof in Altnau (TG) erklärte. Sie seien pflanzenwachstumsfördernd, krankheitsunterdrückend und erhöhen die Stresstoleranz beispielsweise gegen Trockenheit. Durch Biostimulanzien soll die Effizienz von Dünger verbessert werden und im Bereich Pflanzenschutz will man immer mehr auch konventionelle Pflanzenschutzmittel ersetzen. «Das Ziel ist eine rückstandsfreie Obstproduktion – was den immer schärferen Auflagen der Detailhändler entgegenkommt», erklärte Stucki von Leu+Gygax. Damit gehe man sogar noch einen Schritt weiter als im Biolandbau, wo Kupfer und Schwefel eingesetzt würden. Das Einsatzspektrum von Biostimulanzien sieht Stucki vor allem im Obst-, Wein- und Gemüsebau.

Auch Christian Barth vom Feierlenhof ist mit der derzeitig hohen Sensibilität der Gesellschaft im Umgang mit Pflanzenschutzmitteln konfrontiert. Deshalb startete er zusammen mit den Beraten von Leu+Gygax mit einem Biostimulanzienversuch auf 70 Aren Gala und Idared. An den Äpfeln war kaum Schorf oder Mehltau zu sehen und im Vergleich mit herkömmlich behandelten Äpfeln stehen sie genauso gut da. Davon konnten sich seine Berufskollegen am 8. August 2019 überzeugen.

Die Kombination zählt

An die Grenzen kommen Biostimulanzien im Kampf gegen Schädlinge, vor allem gegen den Apfelwickler. Diesbezüglich verwendete Barth das Insektizid Rapid. Überhaupt – es zählt der Anwendungmix und die Kombination der Mittel zum richtigen Zeitpunkt. Die Anwendungskadenz ist hoch. Es sind einiges mehr an Durchfahrten nötig, um Biostimulanzien auszubringen. Dominik Fischer von Leu+Gygax schätzt, dass dadurch der Arbeitsaufwand bis zu 50 % steigen kann. Zeit ist Geld – vor allem in den Spezialkulturen, nichtdestotrotz der Versuch hat sich für den Feierlenhof gelohnt und Christian Barth will nächstes Jahr diese alternativen Behandlungsmethoden auf 2 ha mit Äpfeln und Birnen ausdehnen. Bleibt noch abzuwarten, wie sich seine Äpfel bei der Auslagerung präsentieren.

Die Forschung tut sich schwer mit Biostimulanzien. Es gibt kaum Langzeitstudien, die die Wirkung langfristig nachweisen. Leu+Gygax begann vor rund sechs Jahren solche Alternativprodukte zu entwickeln. Ihre ersten Kunden waren Weinbauern aus der Westschweiz, inzwischen setze man laut Stucki auf rund 60 ha Rebfläche Biostimulanzien ein.

Biostimulanzien durchlaufen übrigens das genau gleiche Bewilligungs- und Registrierungsverfahren wie herkömmliche Produkte. Dieser Prozess ist wird für die Pflanzenschutzfirmen immer kostenintensiver und dauert vier bis fünf Jahre.

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Artikel geschrieben von

LANDfreund

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