Den Konsum steigern dank Qualität

Dieses Jahr kommen die Kirschen acht bis zehn Tagen später auf den Markt. Die kühlen regnerischen Temperaturen forderten ihren Tribut. Hingegen an der Menge und der Qualität der Tafelkirschen sei laut ersten Ernteschätzungen nichts auszusetzen, erklärte Hansruedi Wirz an der Agroscope-Breitenhof-Tagung.

Die Ernteschätzungen gehen von einer Menge zwischen 2500 bis 3000 t Tafelkirschen aus. «Beim Kaliber 28+ rechnen wir mit 1200 t, beim Kaliber 24+ mit 1320 t», erklärte Hansruedi Wirz vom Produktzentrum Kirschen&Zwetschgen. Dabei verwies er auf die zweite Ernteschätzung, die anfangs Juni folgen werde. Diese Ernteschätzungen sind wichtig, damit der Detailhandel planen kann. Das Gerangel um die besten Verkaufspunkte sei gross, zudem konkurriert auch das Beerensortiment den Absatz von Tafelkirschen. Beeren sind beliebt, vor allem bei den jungen Leuten. Kirschen kaufen vorwiegend Personen, die über 65 Jahre alt sind. 75% der unter 35-Jährigen kaufen keine Kirschen. Das zeigte eine Studie, die Hubert Zufferey (Schweizer Obstverband, SOV) und Marcel Jampen (Swisscofel) präsentierten.

Wie will man junge Leute für Kirschen begeistern? Der Schweizer Obstverband und Swisscofel fahren zweigleisig: Einerseits will man mit Events die Kirsche den jungen Leute näherbringen. Andererseits gelte es, die Qualität zu verbessern – vor allem die Qualität nach der Ernte bis zum Verkaufspunkt. Dafür gibt die Arbeitsgruppe Qualität von Swisscofel und SOV Empfehlungen ab.

Eventsmässig haben die Kirschen die Nase vorn. Das Kefiker Chriesifäscht findet am 23. Juni statt und am 30. Juni gibt es gleich zwei Veranstaltungen: Das Zentralschweizer Chriesifäscht in Hitzkirch und das Chrisifescht in Wintersingen. Höhepunkt der Festivitäten ist die Schweizer Meisterschaft im Chriesistei-Spucke am 4. Juli im Hauptbahnhof Zürich.

An solchen Events mangelt es bei den Zwetschgen, obwohl das Konsumverhalten mehr Anlass zu Sorgen bereitet: Nur 16 % der Schweizer kaufen Zwetschgen. Ältere mehr als jüngere. Von den jüngeren, den unter 35-Jährigen, kaufen 90% gar nie Zwetschgen.

Neben den Marktinformationen lieferte Marcel Friedli vom FiBL Zwischenergebnisse der Versuchsanlage Zwetschen unter Witterungsschutz. Der Gesamtertrag ist grösser in Anlagen mit Witterungsschutz. Der Zwetschgenrostbefall ist niedriger. Gesicherte Ergebnisse verspricht Friedli auf Ende Jahr, vor allem will man dann auch die Wirtschaftlichkeit einbeziehen.

Am letzten Posten referierte der frühere Agroscope-Forscher Louis Sutter (heute Bundesamt für Landwirtschaft) über das Wildbienenprojekt. Der Forscher untersuchte die Bedeutung der Bestäubungsleistung von Honig-und Wildbienen. Sutter plädierte für eine gezielte Förderung von natürlich vorkommenden Wildbienen. Das trage zur Ertragsstabilität und -qualität bei.

Schiltrac Swisstrans 6150: Alpiner Lastesel

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Daniela Clemenz

Redaktorin

Schreiben Sie Daniela Clemenz eine Nachricht