IP-Suisse

Der dritte, „hybride“ Weg

In Deutschland wird ein Weg zur Hybridlandwirtschaft aufgegleist, der die Vorteile von konventionell und bio vereinen soll, und dies bis hin zum Markt. Das macht IP Suisse schon lange – und zwar mit einer dezidierten Produktions- und Absatzplanung.

In Europa wird zwischen bio und konventionell nach einem dritten Weg gesucht, so lancierte die Universität Hohenheim in Stuttgart ein Verbundprojekt „Landwirtschaft 4.0 ohne chemisch-synthetischen Pflanzenschutz”. Dabei will man auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten, aber Mineraldünger einsetzen.

Die Forscher setzen viel Hoffnung auf diese Hybridlandwirtschaft, wie sie genannt wird, und nehmen dafür die gesamte Wertschöpfungskette ins Visier – von Züchtung und Produktqualität über das Management von Resistenzen und Schadorganismen bis zur Betriebswirtschaft, der gesellschaftlichen Wahrnehmung und den Effekten auf das Ökosystem. Das neue „Agrarsystem der Zukunft” soll die Vorteile der konventionellen und der Biolandwirtschaft miteinander vereinen und deren Nachteile so weit wie möglich reduzieren.

Impulse holte sich die Universität Hohenheim aus der Schweiz, denn diesen dritten Weg hat IP Suisse schon seit 30 Jahren eingeschlagen, und rund ein Drittel der Betriebe macht mit.

Wartelisten gibt es immer

„Im Gegensatz zu Bio können wir nur so viele Bauern aufnehmen, wie wir Produkte absetzen können”, sagt Rothen. Das ist ein sensibler Prozess, denn es gibt immer Bauern, die nicht zum Zuge kommen – entsprechend gebe es in allen IP-Suisse-Marktsegmenten Wartelisten. Eine Produktionsplanung sei notwendig, um Preiszusammenbrüche zu vermeiden. Rothen verschweigt auch nicht, dass das Wetter die Ernteplanung über den Haufen werfen könne, wie beispielsweise beim Brotgetreide. Die dritte gute Ernte in Folge hat Schattenseiten. „Um wieder einen ausgeglichenen Lagerbestand zu erreichen und die Marktpreise auf einem guten Niveau zu halten, mussten wir die Aussaatfläche für die Ernte 2020 um 30 % reduzieren”, erklärt Rothen.

Allenfalls könne Extenso-Futtergetreide eine interessante Alternative sein, immerhin profitiere man auf der gesamten Getreidefläche von der Nachfolgelösung zum „Schoggigesetz”(120 CHF/ha).

>>weiterlesen (LANDfreund-Ausgabe 1/2020, ab Seite 29)

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