Vernehmlassung

Details zum Absenkpfad

Der Bundesrat hatdie Vernehmlassung zum «Massnahmenplan Sauberes Wasser» eröffnet. Verglichen mit der Trinkwasser- und der Pestizidinitiative fordert die neue Gesetzgebung in vielen Teilen mehr..

Das Konsultationsverfahren wird bis zum 18. August 2021 dauern. Hier finden Sie die wichtigsten Änderungen im Überblick:

BFF

  • Auf den Ackerflächen eines Betriebs müssen mindestens 3,5% der Fläche mit spezifischen Biodiversitätsförderflächen angelegt werden.

Pflanzenschutz

  • Reduktion der Risiken durch Pflanzenschutzmittel im Bereich Oberflächengewässer und naturnaher Lebensräume um 50 % bis 2027 im Vergleich zum Mittelwert der Jahre 2012-15.
  • Mitteilungspflicht: Wer Pflanzenschutzmittel in Verkehr bringt, muss dem Bund Daten über das Inverkehrbringen mitteilen.
  • Massnahmen zur Reduktion der Abdrift und der Abschwemmung von Pflanzenschutzmitteln
  • Pflanzenschutzmittel-Geräte müssen zwingend mit einer Spritzeninnenreinigung ausgerüstet sei.
  • Erstmals soll der Verzicht auf die Anwendung von Insektiziden und Akariziden im einjährigen Gemüse- und Beerenanbau gefördert werden.
  • Im Rebbau, Obstanbau und im mehrjährigen Beerenanbau wird der Verzicht auf Insektizide, Akarizide und Fungizide nach der Blüte finanziell unterstützt. Nach der Blüte dürfen jedoch zugelassene Mittel im Biolandbau eingesetzt werden, wobei jedoch der Einsatz von Kupfer pro Hektare und Jahr eine maximale Menge nicht überschreiten darf. Diese Menge ist tiefer als die im Biolandbau zulässige Menge.
  • Der Verzicht auf Herbizide auf der offenen Ackerfläche und bei Dauerkulturen, wird weiterentwickelt.

Nährstoffe

  • Die bisherigen Fehlerbereiche von +10 % bei Stickstoff und Phosphor werden aufgehoben. Die N- und P-Versorgung darf ab 2023 bei maximal 100 % liegen.
  • Importierter Kunstdünger soll durch einheimische Hofdünger und einheimische Biomasse ersetzt werden.
  • Mitteilungspflicht für Nährstofflieferungen

Produktionssystembeiträge

Die Produktionssystembeiträge umfassen nun auch Ressourceneffizienz-Programme. Biobetriebe können an sämtlichen Massnahmen teilnehmen.

  • Extenso wird weiterentwickelt, für mehr Kulturen angeboten und mit differenzierten Beiträgen abgegolten.
  • Nicht-Biobetriebe sollen einzelne Flächen im Rebbau, Obstbau, im mehrjährigen Beerenanbau sowie Permakulturanbau nach Bio-Richtlinien bewirtschaften können und dafür für eine maximale Dauer von acht Jahren finanziell gefördert werden.
  • Nützlingsstreifen auf der offenen Ackerfläche und in Dauerkulturen werden gefördert. Gleichzeitig wird die bisherige Biodiversitätsmassnahme "Blühstreifen für Bestäuber“ aufgehoben.
  • Humusbilanz, die angemessene Bodenbedeckung und die schonende Bodenbearbeitung werden unterstützt.
  • Mit dem neuen Programm, das die Rohproteinzufuhr für raufutterverzehrende Nutztiere auf den Betrieb begrenzt, wird das bisherige GMF- Programm abgelöst. Es ist für zwei Stufen mit maximalen Rohproteinzufuhren und mit differenzierten Beiträgen für Milchtiere und die übrigen raufutterverzehrenden Nutztiere vorgesehen.
  • Die Tierwohlprogramme BTS und RAUS werden weitgehend unverändert fortgeführt. Bei den Rindviehkategorien wird die verstärkte Weidehaltung mit Weidebeiträgen, die höher sind als die bestehenden RAUS-Beiträge, unterstützt.
  • Finanziellen Anreize für die längere Nutzungsdauer von Kühen

Ressourceneffizienzbeiträge

  • Die finanzielle Unterstützung für den Kauf von Geräten zur präzisen Applikationstechnik beim Pflanzenschutzmitteleinsatz wird um zwei Jahre bis Ende 2024 fortgeführt.
  • Die Förderung der stickstoffreduzierten Phasenfütterung von Schweinen wird um vier Jahre verlängert.

Weiteres

  • SAK-Begrenzung: Die Begrenzung der Direktzahlungen pro Standardarbeitskraft wird aufgehoben.
  • Finanzen: Die Finanzierung der weiterentwickelten und neuen Produktionssystembeiträge wird hauptsächlich mit einer Umlagerung von Versorgungssicherheitsbeiträgen sichergestellt.