Engerlingsbekämpfung

Engerlinge im Alpenraum: Was hilft wirklich?

Die Schäden durch Maikäferengerlinge sind in einigen Grünlandregionen der Schweiz, Österreichs und Süddeutschlands zum Teil dramatisch. Wir haben drei Berater aus dem Alpenraum nach wirksamen Bekämpfungsstrategien befragt.

Wie kann man im Frühjahr Engerlinge wirksam bekämpfen?

Christian Schweizer, Agroscope Zürich: Wir haben gute Erfahrungen mit der Pilzgerste auf Basis von Beauveria brongniartii im Frühjahr und empfehlen eine einmalige Pilzgerstenbehandlung im März/April des Hauptschaden­jahres, also im Folgejahr nach dem Maikäferflug. Die Aufwandmenge beträgt 40 bis 50 kg/ha mit 107 bis 108 Sporen je Korn. Etabliert sich der Pilz dann im Boden, reicht eine Behandlung für mehrere Generationen.

Peter Frühwirth, Landwirt­schaftskammer, Oberösterreich: Wir empfehlen eine mechanische Bekämpfung und die Ausbringung der Pilzgerste Artis Pro – eventuell auch beides kombiniert. Die Pilzgerste wird dabei zweimal in aufeinanderfolgenden Jahren mit der Vredo-Schlitzdrillmaschine mit je 30 kg/ha eingebracht. Wichtig ist allerdings, dass vorher unbedingt alle Engerlinge in die oberste Bodenschicht aufgestiegen sind. Das ist ab Ende Mai mit Sicherheit der Fall.

Dr. Ullrich Benker, Institut für ­Pflanzenschutz, LfL Bayern: Die mechanische Bekämpfung mit Fräse oder Kreiselegge im Frühjahr ist am effizientesten, weil die Engerlinge dann direkt unter der Grasnarbe sitzen. Alternativ kann der bodenbürtige Pilz Beauveria brongniartii, der natürliche Gegenspieler von Maikäfern, mit Gerstenkörnern als Trägermaterial zur Bekämpfung angewendet werden. Dafür ist aber eine Ausnahmezulassung beim BVL zu beantragen.

>>weiterlesen (LANDfreund-Ausgabe 1/2020, ab Seite 22)

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