Biologische Landwirtschaft

EU-Agrarminister offen für 25 % Bio-Fläche

Die EU-Agrarminister zeigen sich offen für mehr Bio-Landwirtschaft. Allerdings nur mit passender Nachfrage. Zu einem EU-weiten Verbot des Kükentötens gibt es Differenzen unter den Mitgliedstaaten.

Während ihrer ersten Sitzung unter slowenischer EU-Ratspräsidentschaft haben die europäischen Agrarminister dem Aktionsplan Öko-Landbau der EU-Kommission zugestimmt. Die Kommission hatte im Mai 2021 die Strategie vorgestellt, um die Öko-Landwirtschaft in der EU stärker auszubauen. Für 2030 visiert die EU-Kommission an, einen Bio-Anteil von 25 % an der gesamten EU-Agrarfläche zu erreichen. Für die EU-Agrarminister ist der Ausbau der Bio-Landwirtschaft allerdings nur dann möglich, wenn die Nachfrage nach Bioprodukten entsprechend steige.

EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski sprach mit Blick auf das Ökolandbauziel von „einem der wichtigsten Prioritäten seiner Amtszeit“. Er bekräftigte in diesem Zusammenhang die Bedeutung des neuen Instruments der Eco-Schemes und der Strategiepläne der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), die die Mitgliedstaaten zum Ausbau des Ökosektors nutzen könnten.

Berlin will 20 % Bio-Fläche

Die in Vertretung für Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner nach Brüssel gereiste Staatssekretärin Beate Kasch betonte, dass es das Ziel Berlins sei, bis 2030 den Ökoflächenanteil auf 20 % zu erhöhen. Im Jahr 2020 betrug dieser 9,6 %.

Kükentöten: Deutsch-französicher Antrag

Das zweite große Thema der EU-Agrarminister war der Tierschutz. Hinsichtlich eines möglichen EU-weiten Verbots des Tötens männlicher Legeküken zeigte sich dabei, dass zwischen den Mitgliedstaaten noch erhebliche Auffassungsunterschiede bestehen. Ein von Deutschland und Frankreich eingebrachter Antrag fordert die Europäische Kommission auf, ein solches Verbot umfassend zu prüfen. Der Bundestag verabschiedete jüngst ein Gesetz, das entsprechende Praktiken ab dem kommenden Jahr untersagt. In Paris ist ein solches gesetzliches Verbot in der Vorbereitung.

Osteuropäer skeptisch

Skepsis gegenüber der Initiative zeigte unter anderem Polen. Dessen Delegationsleiter betonte, dass Tierschutzfragen beim Kükentöten mit der Rentabilität in Einklang gebracht werden müssten. Bulgarien und Rumänien pochten ebenfalls darauf, zunächst die Kosten der Techniken zu bewerten, bevor gesetzliche Regeln erlassen würden. Zurückhaltend gegenüber der deutsch-französischen Initiative gab sich auch Dänemarks Landwirtschaftsminister Rasmus Prehn. Seiner Auffassung nach ist die Früherkennung des Kükengeschlechts gerade in großen Einheiten noch nicht ausgereift genug.


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