Feldtag 2018, INFORAMA

Feldtag am Inforama – und alle kamen

Der Feldtag am Inforama Rütti in Zollikofen war ein voller Erfolg. Über 300 Bäuerinnen und Bauern besuchten die verschiedenen Posten und diskutierten mit Fachleuten über Verfahren für die Herbizid- und Funghizidreduktion.

Roboter hackten, die Hackgeräte fanden ihren Weg – nur die Drohne spritzte nicht, weil das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) aus Sicherheitsüberlegungen die Bewilligung verweigerte. Nichtdestotrotz, der Weg in die Zukunft der modernen Landwirtschaft führt nicht an Drohnen, Hackrobotern und kameragesteuerten Hackgeräten vorbei. An diesen Technologien konstruieren zurzeit viele Unternehmen, nicht alles ist schon praxisreif, und vor allem können damit im Ackerbau noch keine Kosten gesenkt werden. Aber durch präzise Applikationstechniken und ausgefeilte Roboterhackgeräte lässt sich die Menge an Funghiziden und Herbiziden reduzieren.
Der grosse Dino-Hackroboter von Naio-Technologies ist eigentlich für die Unkrautbekämpfung im Gemüsebau geschaffen. Am Inforama zeigte er sein Können aber zwischen den Maisreihen. Kameras erkennen die Anbaureihen und platzieren die Werkzeuge so präzise wie möglich an den Pflanzen. Am Ende der Dammreihe dreht der Dino automatisch und fährt zur nächsten Reihe rüber. Der Dino ist elektrisch betrieben (Lithium-Batterien) und fährt mit einer Geschwindigkeit von 4 km/h. Unter idealen Bedingungen schafft er 5 ha pro Tag. Die Mini-Version ist der Hackroboter Oz, der sich Reihe für Reihe vornimmt.  
Zu wenig leistungsfähig im Feldbau sind auch die Spritzdrohnen. Die von Agrofly entwickelte Drohnentechnologie wird zurzeit auf einer Rebfläche in der Nähe von Sion auf rund 20 ha eingesetzt. Agrofly ist das einzige Unternehmen in der Schweiz, dass über die offizielle Zulassung verfügt, Spritzdrohnen einzusetzen. Die Sicherheitsbestimmungen sind gross. So darf die Drohne nur von einem ausgebildeten Drohnenpiloten gesteuert werden. Kostenpunkt Miete Gerät/Pilot: 100 CHF pro Stunde oder 500 CHF pro ha.
Das Interesse an diesen Geräten und der grosse Besucheraufmarsch am Inforama-Feldtag zeigen, dass Landwirte nach Lösungen und Alternativen beim PSM-Einsatz suchen. «Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft ist medial-gesellschaftliches höchst umstritten», erklärte Inforama-Direktor Markus Wildisen in seinen Begrüssungsworten am Feldtag.
Als Technik begeistert outete sich Christoph Ammann. Der Berner Regierungsrat ist sich der gesellschaftlichen Brisanz des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln bewusst. Die Antwort darauf sei ganz sicher nicht die Trinkwasserinitiative, sondern das Berner Pflanzenschutzprojekt, sagte er und fuhr fort: «Im Berner Pflanzenschutzprojekt setzen wir auf Freiwilligkeit. Mit Förderbeiträgen belohnen wir die Bauern.» So erhalten zum Beispiel Landwirte 400 CHF/ha, wenn sie nach dem Pflügen auf Herbizide verzichtet. Das zählt und nicht Verbote, so Ammann. Bilanz des zweiten Projektjahrs: Es beteiligen sich 3122 Betriebe am Projekt, was eine Fläche von rund 21'000 ha ausmacht.