Gentech-Moratorium

Gentech: WBK-S sagt ja, aber ...

Die Wissenschaftskommission des Ständerats gibt grünes Licht für eine vierjährige Verlängerung des Moratoriums für den GVO-Anbau. Sie möchte allerdings gentechnisch veränderte Organismen, denen kein transgenes Erbmaterial eingefügt wurde, davon ausnehmen und verlangt zudem einen Bericht für eine Ausnahme für Genom-Editierungsmethoden.

Nachdem die Wissenschaftskommission des Ständerats im Oktober die Landwirtschaftsdirektorenkonferenz angehört hatte, ist sie nach einer intensiven Debatte rund um die aktuellen Bedingungen von der Forschung bis zum Inverkehrbringen von GVO mit 11 zu 0 Stimmen bei 2 Enthaltungen auf die Vorlage eingetreten. Die Verlängerung des Moratoriums für Organismen, denen transgenes Erbmaterial eingefügt wurde, ist in der Kommission unbestritten.

Auseinander gehen die Meinungen bei Züchtungsverfahren mit Genom-Editierungsmethoden (etwa die CRISPR/Cas-Methode): Eine knappe Mehrheit möchte Organismen, die mittels dieser Methoden verändert wurden, vom Moratorium ausnehmen. Eine Minderheit möchte diese weiterhin unters Moratorium stellen. Zudem möchte die Kommission den Bundesrat damit beauftragen, dem Parlament einen Bericht vorzulegen über Möglichkeiten, Züchtungsverfahren mit Genom-Editierungsmethoden vom Moratorium auszunehmen (Postulat 21.4345).

Bereits gibt es erste Reaktionen auf diesen Entscheid. So bedauert das Bündnis für Landwirtschaft ohne Gentechnik diese Schwächung. Damit werde für Produzenten und Konsumenten Rechtsunsicherheit geschaffen.

Der Schweizer Bauernverband spricht von einem Schnellschuss, der eine sachliche Diskussion über sinnvolle Regelungen für die neuen Methoden erschwere, und schreibt in einer Medienmitteilung: "Bevor die neuen Züchtungsmethoden davon ausgenommen werden, braucht es eine saubere Klärung, wie diese künftig sinnvoll reguliert werden können. Die strengen Regelungen des Gentechnikgesetztes gelten jedoch auch für die neuen Methoden: Kennzeichnung, Rückverfolgbarkeit und Koexistenz sind für sie ebenfalls verpflich-tend. Mit diesen Auflagen dürfte kein Züchter gewillt sein, mit den neuen Methoden entstandene Pflanzen in den Verkehr zu bringen."