Rapsmarkt

Knappe globale Rapsversorgung

Ölmühlen müssen sich in der neuen Saison 2020/21 um ihren Raps kümmern. Nicht nur in der EU schrumpfen die Mengen.

Der Internationale Getreiderat (IGC) prognostiziert die globale Rapserzeugung im Wirtschaftsjahr 2020/21 aktuell auf 69,3 Mio. t. Gegenüber der Mai-Schätzung entspricht dies einer geringen Abwärtskorrektur von 0,2 Mio. t, die allein auf der Anpassungen für die EU-27 plus Vereinigtes Königreich beruht. Nur teilweise fängt die leichte Aufwärtskorrektur der Produktionsschätzung für Australien den Rückgang auf.

Der IGC erwartet in Australien und in der Ukraine, dem fünft- und sechstgrößten Rapserzeuger der Welt, die deutlichsten Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr. Nach zwei katastrophalen Erntejahren dürfte das Ergebnis in Down Under wieder höher ausfallen. Avisierte 3,2 Mio. t entsprächen einer Steigerung um fast 40 Prozent zum Vorjahr.

Derweil werden in der Ukraine Ernterückgänge erwartet, 3,0 Mio. t würden das Vorjahr um 0,4 Mio. t oder fast zwölf Prozent verfehlen. Da die Ukraine als Rapsversorger für die EU in den vergangenen zwei Jahren stark an Bedeutung gewonnen hat und die Gemeinschaft auch im Wirtschaftsjahr 2020/21 einen hohen Importbedarf haben dürfte, ist der ukrainische Ernterückgang umso gravierender.

EU-Rapsernte auf 14-Jahrestief

Ende Juni hat auch die EU-Kommission ihre Rapsernteschätzung 2020 aktualisiert und geht, genau wie der IGC, von einer Rapserzeugung in der EU-27 plus Vereinigtes Königreich in Höhe von 16,7 Mio. t aus. Damit würde ein Vierzehn-Jahres-Tief erreicht werden.

Die Gründe für den im Vorjahr bereits deutlichen und voraussichtlich weiteren Rückgang der Rapserzeugung in der EU sind vielfältig. Trotz des hohen Vorfruchtwertes und des im Vergleich zu anderen Ackerkulturen hohen Preisniveaus beklagen die Landwirte vielerorts zu geringe Erlöse. Gerade auch, weil der Rapsanbau pflege- und damit kostenaufwendig ist, insbesondere nach dem EU-weiten Verbot der Neonicotinoide, das die Schädlingskontrolle erheblich erschwert. Zusätzlich belasten regionale Bodenwasserdefizite die Ertragsbildung.

In der einzelstaatlichen Betrachtung sticht Frankreich 2020 wie gewohnt hervor. Hier konnte sich die Rapserzeugung immerhin auf dem schwachen Vorjahresniveau stabilisieren. Im zweitgrößten Erzeugerstaat Deutschland wird sogar mit einer Steigerung gerechnet, die von der EU-Kommission auf 10,6 Prozent beziffert wird. Demgegenüber werden jedoch im Vereinigten Königreich und in Rumänien gravierende Rückgänge in Höhe von 28 und 25 Prozent erwartet. AMI