Mais

Höhere globale Maiserzeugung, aber dennoch schwindende Vorräte

Die weltweite Maiserzeugung soll 2020 deutlich zunehmen, der Verbrauch aber auch.

In seiner ersten Schätzung für die Maiserzeugung im Wirtschaftsjahr 2020/21 erwartet der Internationale Getreiderat (IGC) eine Zunahme der globalen Anbaufläche auf ein Drei-Jahres-Hoch von 195,4 Millionen Hektar, wobei ein nennenswertes Plus vor allem in den USA, der EU-27 zuzüglich des Vereinigten Königreiches und Mexiko gesehen wird. Trotz der Behinderungen durch Quarantänemaßnahmen im Zuge der Corona-Epidemie wird vorerst nicht davon ausgegangen, dass die Aussaatarbeiten auf der Nordhalbkugel maßgeblich beeinträchtigt werden. Auf Basis normaler Witterungsverläufe und prognostizierter Erträge wird die globale Maisernte im Wirtschaftsjahr 2020/21 auf einen Rekordwert von 1.157 Millionen Tonnen prognostiziert. Das wären vier Prozent mehr als im Vorjahr und sogar fünf Prozent mehr als im Fünfjahresdurchschnitt.

Der Maisverbrauch wird, nach einem moderaten Wachstum im Wirtschaftsjahr 2019/20, voraussichtlich um zwei Prozent im Jahresvergleich auf 1.173 Millionen Tonnen steigen. Im Zuge der Corona-Pandemie könnte die abschwächende Konjunktur die Nachfrage nach industriellen Produkten wie Ethanol und Stärke, vor allem aus Mais, längerfristig dämpfen. Unter der Annahme eines anhaltenden Anstiegs des Fleischkonsums wird die Nachfrage nach Futtermais voraussichtlich einen Rekordwert von 688 Millionen Tonnen (plus zwei Prozent) erreichen. Dabei helfen auch niedrigere Preise, die aufgrund der umfangreichen Versorgung prognostiziert werden. Neben dem weiteren Wachstum in den Entwicklungsländern wird ein höherer Maisverbrauch in der EU-27 zuzüglich des Vereinigten Königreiches und in den USA erwartet. Die Nachfrage nach Mais zur industriellen Verarbeitung wird noch auf einem Höchststand von 315 Millionen Tonnen (plus drei Prozent) gesehen, wobei das Plus hauptsächlich auf der Steigerung der Stärkeproduktion in China fußt. In wie weit die aktuelle Verringerung der Ethanolproduktion längerfristig aufrechterhalten wird, ist kaum auszumachen.

Die globalen Vorräte dürften Ende des Wirtschaftsjahres 2020/21 zum vierten Mal in Folge auf 274 Millionen Tonnen zurückgehen und damit ein Niveau wie zuletzt im Wirtschaftsjahr 2012/13 erreichen. Der avisierte Bestandsabbau in China wird teilweise durch Vorratsaufbau in den USA kompensiert. Die Lagerbestände der vier großen Exporteure könnten zum Saisonende auf 73,9 Millionen Tonnen (plus 21 Prozent) zunehmen.

Der globale Maishandel im Wirtschaftsjahr 2020/21 wird auf eine Rekordhöhe 170,2 Millionen Tonnen (plus 1,2 Prozent) avisiert, wobei der Nachfragezuwachs in Mexiko und Teilen Asiens das Volumen stützen dürfte. Demgegenüber verringern die absehbar größeren Ernten in Brasiliens, Kanada, Indien und Indonesien den Importbedarf dieser Länder. AMI