IG Bauern Unternehmen

IG fordert praxistaugliche Umsetzung

In der Frühjahressession verabschiedete das Parlament den sogenannten Absenkpfad. Dabei müssen bis spätestens 2027 die Risiken beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln um 50 % reduziert werden. Die IG Bauern Unternehmen fordert eine praxistaugliche Umsetzung mit minimaler Bürokratie und Augenmass.

Auch die IG BauernUnternehmen sieht in der konkreten und zügig umsetzbaren parlamentarischen Initiative zum Absenkpfad eine Antwort auf die beiden extremen Agrarinitiativen, welche am 13. Juni zur Abstimmung kommen. Allerdings ist eine praxistaugliche Umsetzung mit minimaler Bürokratie und Augenmass unumgänglich.

Risikoreduktion um 50 % bis 2027

Die Vorlage sieht vor, dass bis spätestens 2027 die Risiken beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln um 50 % reduziert werden müssen.

  • Dazu wird ein zentrales Informationssystem zur Verwendung von Pflanzenschutzmitteln und Biozidprodukten aufgebaut und eine Meldepflicht eingeführt.
  • Nebst dem Landwirtschafts- und Chemikaliengesetz wird auch das Gewässerschutzgesetz angepasst. Bisher wurde die Zulassung von Pestiziden überprüft, wenn deren umweltrelevante Abbauprodukte einen Grenzwert überschritten hatten. Neu wird diese Zulassungsüberprüfung auch bei nicht-umweltrelevanten Abbauprodukten durchgeführt.
  • Die Vorlage möchte zudem eine angemessene Reduktion von Nährstoffverlusten bis 2030 umsetzen. Dies soll durch den sorgfältigen und gezielten Einsatz von Kunst- und Hofdüngern sowie eine Offenlegungspflicht für Dünger- und Kraftfutterlieferungen erreicht werden.

Praxistaugliche Umsetzung wichtig

Auch wenn die IG BauernUnternehmen nicht alle beschlossenen Massnahmen uneingeschränkt befürwortet, sieht sie in der Vorlage dennoch eine wichtige Antwort auf die beiden extremen Agrarinitiativen. Das Damoklesschwert der Initiativen dürfte zum Beschluss des Parlaments beigetragen haben. Trotzdem darf nun der Teufel nicht mit dem Beelzebub ausgetrieben werden. So ist eine praxistaugliche Umsetzung mit minimaler Bürokratie für die Landwirtschaftsbetriebe zentral. Auch darf der ganzheitliche Blickwinkel nicht vergessen werden. Pflanzenschutzmittel sind nach wie vor notwendig, um zahlbare, regionale Produkte herstellen zu können. Bund und Produzenten tun bereits heute viel. Alleine in den letzten zehn Jahren wurde der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der konventionellen Produktion um 40 % vermindert. Schliesslich sollten anstatt immer neuer Verbote vermehrt moderne Technologien und der professionelle Umgang mit den Pflanzenschutzmitteln gefördert werden, um das Risiko zu minimieren und trotzdem die Produktivität hoch zu halten. Eine Umsetzung mit Augenmass hilft nicht nur der Landwirtschaft sondern allen Konsumentinnen und Konsumenten.