Frostschäden

Kälteeinbruch und Obstkulturen

Der Winter meldet sich nach den Osterfeiertagen mit kalten Temperaturen und Schneefall bis in tiefe Lagen noch einmal zurück. Welche Auswirkungen dies auf die Obstkulturen haben könnte, lässt sich noch nicht abschätzen.

SRF Meteo prognostizierte bitterkalte Nächte mit Temperaturen bis zu -8 Grad Celsius. Besonders für Obstproduzenten sind dies ungemütliche Vorhersagen: Der angekündigte Frost könnte zu Schäden an den Obstblüten führen.

Noch sei es aber zu früh, um eine Schadensprognose zu machen, teilt unter anderem der Schweizer Obstverband auf Anfrage mit. Die Temperaturen seien zudem regional unterschiedlich: Das Wallis habe noch nicht so tiefe Temperaturen verzeichnet wie beispielsweise die Region Innerschweiz. Aktuell würde es mehrheitlich die frühen Steinobstanlagen wie Aprikosen oder frühe Zwetschgen betreffen, aber auch erste Birnenanlagen.

Der jetzige Kälteeinbruch komme aber noch in einem relativ frühen Stadium und die Blüten hätten noch Reserve – rund 15 % des Blütenansatzes, wenn dieser dann auch zur Frucht wird, reichten für eine Vollernte, erklärt Franco Weibel von der Basler Obstfachstelle gegenüber dem LID. Vor zwei Jahren seien die Obstbäume bereits weiter gewesen, der Frost sei im Stadium der Jungfrüchte gekommen und hätte auch deshalb grosse Schäden verursacht. Es spiele nun eine Rolle, in welchem Ausmass die Prognosen überhaupt zuträfen, wie sich das Wetter bis Ende April entwickle und wie sich die Temperaturen für eine optimale Bestäubung verhielten.

Derweil haben Obstproduzenten nicht allzu viele Möglichkeiten, ihre Kulturen zu schützen: Es gibt beispielsweise die Möglichkeit, die Obstanlagen in der Nacht mit Paraffinkerzen zu «heizen» – pro Frostnacht braucht es aber schnell einmal 200 bis 300 Stück, was Auslagen von rund 3’500 CHF pro Nacht bedeutet. Bewässern zum richtigen Zeitpunkt könne auch helfen, erklärt Franco Weibel weiter. Ein Gramm Wasser kann im Boden rund 2,5 Kalorien Wärme speichern – so könne man Wärme im System behalten.