Bwässerungsnetz

Kartoffeln mit Bewässerung kühlen?

Der aktuelle Blog des HAFL-Bewässerungsnetzes befasst sich mit den hohen Temperaturen bei den Kartoffelbeständen. Wenn die Zielkaliber noch nicht erreicht sind, soll man zum Kühlen der Bestände bewässern? Das gelingt leider nur selten.

Die Bodentemperatur wird stärker von der Beschattung beeinflusst als von der Bewässerung. Versuche in Niedersachsen zeigten, dass die Bodentemperatur ohne Beschattung durch das Kraut durch die Bewässerung um maximal 1°C gesenkt werden kann (Riedel, Kartoffelbau 4/2019). Das Hauptziel sollte also sein, das Kartoffelkraut so lange wie möglich grün zu erhalten. Eine Bewässerung kurz vor oder nach der Krautvernichtung leitet sogar die Hitze in die tieferen Bodenschichten – also zu den Knollen - dorthin wo hohe Temperaturen unerwünscht sind.

In einer Parzelle mit organischem Boden in Ins beobachtete das HAFL-Team die Bodenfeuchte und -temperatur mit und ohne Bewässerung. Am 30.07. betrug die Bodentemperatur in 15 cm Tiefe bei den bewässerten Kartoffeln 22°C Grad, bei den unbewässerten 27°C. Ohne Bewässerung ist die Kurve seit Anfang Juli im roten Bereich. In dieser Parzelle ist deutlich zu sehen, dass das Kraut im unbewässerten Teil bereits mehr vergilbt ist und den Boden weniger beschattet als im bewässerten Teil.

Eine Bewässerung lohnt sich für Bestände, die die Zielkaliber noch nicht erreicht haben, zur Aufrechterhaltung des Krautes – sofern die Bewässerungsschwelle erreicht ist. Bei Beständen, die bald vernichtet werden sollen, bringt eine Bewässerung kaum einen Mehrwert.

Mulchen wirkt besser

Interessante Ergebnisse gibt es dieses Jahr in einem Versuch in der Westschweiz von MandaTerre: Auf einer Parzelle wurde untersucht, wie eine Stroh-Mulchschicht die Bodentemperatur beeinflusst. Im Vergleich zu der «normal» bewirtschafteten Kontrolle, sind die Temperaturen unter der Stroh-Mulchschicht bis zu 2°C Grad tiefer. Insbesondere extreme Temperaturspitzen scheint die Strohschicht abzufedern.

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