Umgang mit Pflanzenschutzmitteln und Initiativen

Kein Gegenvorschlag zur Trinkwasserinitiative

Obst- oder Weinbau, Geflügel- und Schweineproduktion ohne Direktzahlungen – und auch ohne ÖLN – geht das? Nein, aber genau das würde die Trinkwasserinitiative bewirken. Das zeigen Resultate einer Studie der Berner Fachhochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften.

Die Trinkwasserinitiative ist kontraproduktiv, so das Fazit der heutigen Medienkonferenz des Schweizer Bauernverbands. Eine Annahme der Trinkwasserinitiative würde vor allem Betriebe mit Spezialkulturen wie Obst oder Weinbau sowie Geflügel- und Schweineproduktion zwingen, auf Direktzahlungen zu verzichten und aus dem ökologischen Leistungsnachweis auszusteigen oder als letzte Option die Produktion aufzugeben. Dies zeigen die Fallstudien der Berner Fachhochschule HAFL. Martin Pidoux von der HAFL untersuchte elf Betriebe und stellte sie vor die Frage:

  • Wollen Sie die Forderungen der Initianten umsetzen und weiterhin Direktzahlungen erhalten?
  • Wollen Sie den Betrieb intensivieren, auf Direktzahlungen verzichten und dabei aus dem ÖLN aussteigen?

Den Überlegungen zugrunde lagen die Buchhaltungen der Betriebe und Modellrechnungen. Fünf der elf Betriebe würden sich den Forderungen der Initianten stellen, um weiterhin Direktzahlungen zu erhalten. Dies gilt für Milchvieh- und Ackerbaubetriebe. Letztere müssten allerdings ihre Fruchtfolge ändern und auf den Anbau von Kartoffeln, Zuckerrüben und Raps verzichten. Bei den Kartoffeln müsse man alle fünf Jahre mit einem Totalausfall aufgrund der Krautfäule rechnen. Beim Raps könnte man den Rapsglanzkäfer nicht mehr bekämpfen und bei den Zuckerrüben wäre Cercospora ein grosses Problem.

Sechs der untersuchten Betriebe ziehen es vor, auf Direktzahlungen zu verzichten. Zu dieser Gruppe gehören spezialisierte Betriebe mit Spezialkulturen und die Schweine- und Geflügelhalter. Anzumerken bei letzteren ist, dass die Forderung der Trinkwasserinitianten unrealistisch sei, die Nutztiere ausschliesslich mit auf dem Betrieb produzierten Futter zu füttern.

Der SBV fühlt sich durch die Studie bestätigt, dass die Forderungen der Trinkwasserinitiative zu extrem seien. «Handlungsbedarf im Umgang mit Pflanzenschutzmitteln gibt es», sagte Bauernverbandspräsident Markus Ritter und weiter: «Wir unterstützen die nationalen Aktionspläne Pflanzenschutz und Biodiversität und setzen uns für die konsequente Umsetzung ein.»

Vehement wehrt sich Ritter gegen einen Gegenvorschlag seitens des Parlaments. Ob ein Gegenvorschlag zustande kommt, entscheidet sich nächste Woche, wenn die Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK Nationalrat) ihre Empfehlung ans Parlament durchgibt.

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Artikel geschrieben von

Daniela Clemenz

Redaktorin

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