Klee und Gräser im Kunstfutterbau

Mit Vorteil werden Kunstwiesenmischung Mitte August beziehungsweise in der zweiten Augustwoche ausgesät. Wer sich dazu noch Tipps holen wollte, war an der AGFF-Tagung genau am richtigen Ort. Die Berater und Agroscopeforscher zeigten an Demoversuchen, wie man zu ertragsreichen und qualitativ hochwertigem Kunstwiesenfutter kommt.

Das BBZN Hohenrain legte im vergangenen Sommer über 45 verschiedene Versuchsflächen mit Kunstwiesenmischungen an und bot an der heutigen AGFF-Tagung eine einmalige Gelegenheit Mischungen und verschiedenste Anbautechniken miteinander zu vergleichen.

Wenn alles rund läuft, sind Kunstwiesen ertragsreich und liefern hohe Qualität. «Kunstwiesen liefern rund 20 % des Wiesenfutterbedarfs unserer Raufutterverzehrer», brachte es Marco Odermatt auf den Punkt. Dafür muss das Wetterglück mitspielen und der Landwirt an allen Stellschrauben drehen – angefangen von der Saatbeetvorbereitung über die Mischungswahl bis hin zur Konservierungstechnik.

Es gibt über 40 verschiedene Standardmischungen, die Qual der Wahl hat man dabei eigentlich nicht, denn die Umweltbedingungen des Standorts bestimmen die Auswahl. Der Landwirt kann zudem zwischen ein-, zwei- oder dreijährigen Mischungen wählen und er muss wissen, wie er die Kunstwiese nutzen will: mähen, weiden und konservieren. «Hände weg von Reinsaaten», ergänzte Andreas Lüscher von Agroscope. Klee-Gras-Mischungen zeigen enorm grosse Vorteile gegenüber Reinkulturen von Klee oder Gras. Nicht nur war der Futterertrag in den Mischungen höher, sondern sie sind robust und gedeihen an den unterschiedlichsten Standorten. Das zeigte ein europaweites Experiment unter Federführung von Agroscope. An 31 Standorten vom Mittelmeer bis nach Island verglichen die Forscher Ertrag, Futterqualität und die Fixierung von Klee-Gras-Mischungen und Reinkulturen.

Das Saatverfahren beeinflusst Kleeanteil und Lückigkeit. Kleearten und Wiesenrispengras bevorzugen eine flache Saat. «Bei Drill- oder Direktsaat sind geringere Kleeanteile zu erwarten. Das Wiesenrispengras läuft verspätet oder weniger gut auf», erklärte Stefan Moser vom BBZN Hohenrain. Idealer sind bei Direktsaat Mischungen mit Italienischem Raigras. Bei längerdauernden Mischungen wie SM 440 sind eher Breitsaaten oder gar eine Kombination aus Drill- und Breitsaat zu empfehlen, insbesonders, wenn man sie später beweiden will. «Ein zusätzlicher Walzdurchgang ist nach der Saat bei jeder Bearbeitungs- beziehungsweise Saatvariante unerlässlich», fügte Willi Gut vom LBBZ Schluechthof an. Das sei in trockenen Jahren entscheidend für die optimale Entwicklung der Kunstwiese.

Olivier Huguenin von Agroscope empfahl für Italienisch-Raigras-, Gras-Weissklee-, Mattenklee-Gras-, Luzerne-Gras und Gras-Weiderotklee-Mischungen eine Gabe von 20 bis 30 kg N/ha, in Form von Hofdünger vor der Saat oder Mineraldünger beim Auflaufen. Dagegen soll man bei Mischungen mit Esparsette-, Fromental-, Goldhafer- und Trespenwiesen zum Auflaufen nicht mit N düngen.

Ueli Wyss, der Konservierungsexperte von Posieux, wies darauf hin, dass bei allen Standardmischungen der optimale Verwendungszweck angegeben sei. Prioritär gegen Feldverluste sind aber Schönwetterperioden. Diskutiert wurde am Posten auch, ob ein Kreiselschwader oder Pick-up-Schwader besser sein. Qualitativ hätten sich keine Unterschiede feststellen lassen, erklärte Wyss und verwies auf Maschinentests aus Österreich. Preislich jedoch muss man für den Pickup-Schwader tief ins Portemonnaie greifen.

Zum Abschluss plante das BBZN Hohenrain eine Maschinendemonstration. Dabei ging es um Stoppelbearbeitung und Sätechnik. Die Maschinen waren auf Platz, jedoch liessen der gestrige Regen und die vernässten Böden keine Durchfahrten zu.

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Artikel geschrieben von

Daniela Clemenz

Redaktorin

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