Liebegger Ackerbautag im Zeichen der Düngung

Wer sich über Präzisionsdüngung informieren wollte, fand Antworten am Liebegger Ackerbautag: Felix With und Hansjörg Furter stellten die Amazone-Easy-Check App vor, Fritz Hofer und Raphael Müller eine GPS-Teilbreitenschaltung sowie Christian Wohler und Jakob Strebel einen Umbaukit für konventionelle Düngerstreuer.

Gastgeber am Liebegger Ackerbautag waren Irene und Patrik Huber vom Vierbrunnenhof in Birrhard (AG). Sie stellten einen Teil ihrer Fläche für Feldversuche der Liebegg zur Verfügung. Auf ihren Feldern fanden die einzelnen Posten des Flurrundgangs statt. Schwerpunktthema waren Digitalisierung und Düngung.

Der Weg zur Präzisionsdüngung erfolgt über satellitengesteuerte Karten. Informationen liefern Boden- und Ertragskarten, der Vegetationsindex und auch eine sogenannte Stickstoffkarte. Ohne Drohnen geht das nicht, aber auch nicht ohne Erfahrungen des Landwirts. „All die Informationen müssen vom Landwirt fachlich evaluiert werden. Aufgrund dessen kann er seine Düngerstrategie anpassen“, erklärte Christian Wohler von der Liebegg. Gemeinsam mit Jakob Strebel präsentierte er ein über das Bundesamt für Landwirtschaft (Agriqnet) finanziertes Projekt. Die Liebegg übernimmt die Datenauswertung, und Strebel von der Tellnet AG konstruierte einen sogenannten Umbaukit für konventionelle Düngerstreuer. Mit diesem Prototyp könne man die Düngermenge präzise und GPS gesteuert teilflächenspezifisch ausbringen.

EasyCheck von Amazone

Mit einer Smartphone-App lässt sich die Querverteilung des Düngerstreuers überprüfen. Dafür entwickelte Amazone einen sogenannten EasyCheck. Dieser besteht aus 16 lila Auffangmatten und einer App für die Auswertung. Hansjörg Furter von der Liebegg legte die Auffangmatten in regelmässigen Abständen aus. Nach dem Streuen fotografierte er sie mit dem Smarthphone. Die App verglich automatisch, wie viel Dünger in den einzelnen Fangmattenreihen aufgefangen wurde. Dadurch kann man das Streuergebnis einfach kontrollieren und den Düngerstreuer optimal einstellen. Das System kostet rund 400 CHF. Furter benötigte rund 15 Minuten für den Easy Check.

CropXplorer-Sensor

Spannend war die Maschinenvorführung von Fritz Hofer. Er leitet das „Precision Center“, welches Bucher Landtechnik kürzlich ins Leben gerufen hatte. Dabei handle es sich um ein markenunabhängiges Center mit dem Ziel GPS-Lenksysteme und Precision Farming im Schweizer Markt zu etablieren, erklärte Hofer. Er präsentierte eine GPS-Teilbreitenschaltung, um den Dünger auszubringen. Ein sogenannter CorpXplorer wird am Traktor installiert. Mit Sensoren misst er die von den Pflanzen reflektierte Strahlung und berechnet die standortspezifische Ausbringmenge. Geeignet ist diese Gerät nicht nur für Düngerstreuer, sondern auch für Pflanzenschutzspritzen.

Weniger Spritzen war ein Thema, dass Andrea Enggist aufnahm. Sie führte die Teilnehmer auf die Sonnenblumen-Versuchsparzellen und erklärte die Vor- und Nachteile bei der gleichzeitigen oder nachträglichen Aussaat der Untersaat. Positiv an der gleichzeitigen Saat seien die rasche Bodenbedeckung und der geringere Arbeitsaufwand. Aber man müsse nicht nur auf eine chemische, sondern auch auf eine mechanische Unkrautregulierung verzichten. Zudem waren im letztjährigen Liebegger Feldversucht die Erträge tiefer als bei der Saat vor Reihenschluss. Die Saat vor Reihenschluss ermöglicht eine mechanische Unkrautbekämpfung zum Beispiel durch Blindstriegeln und anschliessendes Hacken.

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Artikel geschrieben von

Daniela Clemenz

Redaktorin

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