Pflanzenbau

Lupinen: Eiweissreiche und kältetolerant Mangelware

Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL sucht in einem mehrjährigen Forschungsprojekt aus den weissen, gelben und blauen Lupinen die besten Sorten für die Schweizer Anbaubedingungen.

Projektleiterin Christine Arncken präsentierte gestern auf dem Parzellenversuchsfeld von Landwirt Daniel Böhler in Mellikon (AG) einem breiten Publikum vielversprechende Resultate.

Lupinen sind eine interessante Eiweissquelle und sowohl in der menschlichen- wie auch tierischen Ernährung geeignet. Punkto Eiweissgehalt liegen Lupinen zwar hinter dem Spitzenreiter Soja (51 %), sind aber mit rund 34 % Rohprotein interessanter als Ackerbohnen (29%) oder Eiweisserbsen (23%). Beim Rohfett und Rohfasern liegen Lupinen vor Soja. Im Vergleich zu Soja ist bei Lupinen der Gehalt an Purinen tiefer. Purine können zu Gicht und Gelenkproblemen führen.

Agronomisch sind Lupinen interessant. Dank den Knöllchenbakterien fixieren Sie Luftstickstoff. Die Pfahlwurzel lockert Böden auf und hat Vorteile bei der zunehmenden Trockenheit. Im eher sauren Boden fühlen sich Lupinen wohl und ertragen auch kühle Temperaturen im Gegensatz zu Soja besser. Dies macht die Leguminose für den Anbau in höheren Lagen interessant. Zudem sind Lupinen Standfester als Eiweisserbsen oder Ackerbohnen. Einziger Wehrmutstropfen bleibt die Krankheit Anthraknose, eine von einem Pilz ausgelöste Brennfleckenkrankheit, die vorwiegend weisse Lupinen betrifft. Blaue Lupinen unterdrücken das Unkraut mangelhaft.

Die Mühle Rytz AG in Biberen (BE) ist an jährlich 50 Tonnen Lupinen interessiert. Die Nachfrage nach Lupinen übertrifft das Angebot und macht die Kultur gerade für Biolandwirte interessant.