Artenvielfalt

Mehr Biodiversität bringt höhere Umsätze

Artenreiche Wiesen und Weiden bringen bessere Erträge als Reinbestände und somit höhere Umsätze. Dies nicht zuletzt, da Ertragseinbussen durch extreme Wetterereignisse besser kompensiert werden können.

Wenn Landwirte die Artenvielfalt auf ihren Wiesen und Weiden fördern, können sie höhere Umsätze erzielen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, an der auch Wissenschaftler der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich beteiligt waren. Wie die ETH in der vergangenen Woche berichtete, quantifizierten die Forscher die ökonomischen Mehrwerte der Artenvielfalt in einem Grasland-Experiment für verschiedene Bewirtschaftungsintensitäten. Dabei habe sich gezeigt, dass es für die Futterqualität keinen Unterschied mache, ob auf einer Wiese eine oder 16 Pflanzenarten wüchsen, der Ertrag werde aber grösser und daher steige auch das erzielbare Einkommen aus dem Milchverkauf. Die Umsatzsteigerung ist nach Angaben von Erstautor SergejSchaub vergleichbar mit dem Unterschied der Erträge zwischen extensiv und intensiv genutzten Wiesen. Die Resultate zeigten, dass sich der Artenreichtum auf allen Wiesen ökonomisch positiv auswirke, und zwar unabhängig davon, ob nur ein oder vier Mal im Jahr gemäht und gedüngt werde.

Intensive Bewirtschaftung hindert Artenvielfalt

Bei intensiver Bewirtschaftung ist es Schaub zufolge allerdings schwierig, die Artenvielfalt hoch zu halten, weil nur wenige Pflanzenarten das Düngen und häufige Mähen tolerierten. Laut Prof. Robert Finger nutzen die Schweizer Bauern die ökonomischen Vorteile von artenreichen Wiesen und Weiden im Vergleich zu ihren Berufskollegen aus anderen Ländern bereits gut. Die heimischen Futterwiesen seien im Allgemeinen schon relativ artenreich, da es auch lokal angepasste Saatgutmischungen gebe. Einen weiteren wichtigen Faktor haben die Wissenschaftler indes in ihrer Rechnung noch gar nicht berücksichtigt. „Die Biodiversität ist auch eine Art Risikoversicherung“, so die Grasland-Wissenschaftlerin Prof. Nina Buchmann. Artenreiche Bestände könnten Extremereignisse wie Dürren oder Überschwemmungen besser wegstecken, weil verschiedene Pflanzenarten unterschiedlich auf derartige Umwelteinflüsse reagierten und etwaige Ausfälle anteilig kompensierten. Die Erträge würden somit über die Zeit stabiler.

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