Pflanzenbau

Mistkompost: Umsetzen, belüften und bewässern

Wer den Mist richtig kompostiert, verfügt über einen hochwertigen Dünger und Bodenverbesserer – und wird zum Klimafarmer. Aber einfach ist es nicht. Fredy Abächerli zeigt, worauf Sie achten sollten.

Mit dem Klimaschutz und der Aussicht auf Humusaufbau bei reduziertem Einsatz von Agrochemie wird die Mistkompostierung vermehrt ein Thema. Mistkompostierung lohnt sich besonders für Landwirte, die degenerierte, humusarme Böden in wenigen Jahren beleben und Humus aufbauen sowie anspruchsvolle Kulturen wie Kartoffeln oder Biogemüse anbauen möchten.

Ein gut gereifter Mistkompost ist krümelig, geruchsarm, fördert das Wurzelwachstum, den Humusaufbau und bringt Leben in den Boden. Regenwürmer lieben ihn. Bei solchem Kompost ist Ammonium in Nitrat oder sogar in Humusverbindungen eingebaut, Unkrautsamen sind eliminiert und Krankheitskeime werden unterdrückt.

Für die Kompostierung eignen sich alle Mistarten ausser Hühnermist in Anteilen über 10 %. Zum Mist braucht es einen Drittel strukturreiches Schreddermaterial von Strauchschnitt oder Stroh und 20 % frisches Material wie Grünschnitt, Frischmist oder Futterreste.

Wenn Sie Grüngut von Gemeinden oder Gärtnereien dafür entgegennehmen, müssen Sie mit einem höheren Sortieraufwand rechnen (Fremdstoffe). Wichtige Zuschlagstoffe sind Kompost und tonhaltige Erde (wie Braunerde-Unterboden mit wenig Steinen). Sie sollten je 10 Vol.-% des Ausgangsmaterials ausmachen, damit sie die Bildung von Ton-Humus-Komplexen fördern und Nährstoffe bindend wirken.

Zur Reduktion der Geruchsbildung und Hygienisierung eignen sich zusätzlich Urgesteinsmehl (5 kg/m3) und Pflanzenkohle. Letztere hat...