Forschung

Mit Unterhosen Erkenntnisse zur Bodengesundheit gewinnen

Ein gesunder Boden ist die Grundlage für einen guten Ertrag. Sie haben wahrscheinlich auch schon die Erfahrung gemacht, dass die Frage ‘Wie gesund ist der Boden?’ selten leicht zu beantworten ist. Gemeinsam mit LandwirtInnen und GärtnerInnen versuchen Forschende von Agroscope und der Universität Zürich Antworten zu finden.

Im April startet das Projekt ‘Beweisstück Unterhose’, in dem Forschende von Agroscope und der Uni Zürich mit interessierten LandwirtInnen sowie PrivatgärtnerInnen gemeinsam Forschungsdaten sammeln. Das Ziel: die Bodengesundheit von bis zu 1000 Äckern und Gärten in der Schweiz untersuchen. Dabei testen die Wissenschaftler eine einfache Methode, mit der Sie die Bodenaktivität selbst und ohne teure Maschinen messen können. Kernelement des Test bildet das Vergraben einer Baumwollunterhose im Boden. Die Funktionsweise ist schnell erklärt. Je schneller die Baumwollunterhose abgebaut wird (verrottet), desto mehr Lebewesen sind im Boden aktiv und, so die Vermutung, desto gesünder ist der Boden. Damit dient der Abbau des Baumwollstoffs als Zeiger für ein aktives Bodenleben. Neben den Baumwollunterhosen kommen auch weitere einfache Bodentests zum Einsatz, die selbst durchgeführt werden können.

Teilnehmende erhalten eine kostenlose Boden-Analyse, und es gibt einen Wettbewerb, bei dem sie eine detaillierte Standortanalyse inklusive Beurteilung der Bodenbiodiversität sowie weitere Preise gewinnen können. Alle Teilnehmenden bekommen die Möglichkeit, als Mitautoren einer Studie in einer internationalen wissenschaftlichen Zeitschrift genannt zu werden.

Für dieses Projekt suchen die Wissenschaftler 500 landwirtschaftliche Betriebe aus der gesamten Schweiz. Dazu kommen 500 PrivatgärtnerInnen, die den Boden ihrer Gemüsegärten und Blumenbeete untersuchen. Der zeitliche Aufwand belaufe sich auf zwei Stunden zwischen Aptil und Juli. Alle benötigten Materialien werden zugeschickt.

Interessierte können sich unter www.beweisstueck-unterhose.ch anmelden. Dort finden Sie auch weitere Details zum Projekt.

Dieses Projekt von Agroscope und der Universität Zürich wird finanziell unterstützt von der Stiftung Mercator Schweiz, der Ernst Göhner Stiftung, dem Schweizerischen Nationalfonds, sowie der Partizipativen Wissenschaftsakademie.

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