Invasive Neophyten

Mit Wollschweinen gegen Erdmandelgras

Erdmandelgras breitet sich seit einigen Jahren besorgniserregend in der Schweiz aus. Im Kanton Zug will man das Erdmandelgras mit Wollschweinen bekämpfen.

Das Erdmandelgras (Cyperus esculentus) ist ein invasiver Neophyt. Seit einigen Jahren breitet sich dieses schwer zu bekämpfende Unkraut in der Schweiz aus. Es gilt im Kanton Zug als besonders gefährlicher Schadorganismus. Seit Ende August gilt eine Melde- und Bekämpfungspflicht für das ganze Kantonsgebiet.

Eine Vermehrung findet vor allem über die Wurzelknöllchen (Erdmandeln) statt. Sobald sich diese im Boden angesammelt haben, können ganze Felder innerhalb weniger Jahre überwuchert werden. Folgen sind grosse Ertragsausfälle und eine verminderte Produktequalität. Verschleppungen finden vor allem durch Maschinen und Humusverschiebungen statt. Trotz intensiver Forschung stehen zurzeit noch keine erfolgssichere Bekämpfungsmethoden zur Verfügung.

Der Kanton Zug unterstützt den Versuch, mit Wollschweinen das Erdmandelgras umweltschonend zu bekämpfen. Dieser erste Praxisversuch wird durch Agroscope begleitet und soll aufzeigen, ob der invasive Neophyt auf natürliche Art dezimiert werden kann.

Guido Leutenegger aus Kreuzlingen leiht die Schweine aus. Er hat schon mehrere Neophyten-Sanierungsprogramme mit Schweinen oder auch mit schottischen Hochlandrindern durchgeführt. Der Zuger Landwirt Gregor Wyss stellt von Oktober 2019 bis April 2020 ein befallenes Feld (im Gebiet Bibersee) zur Verfügung. Seine Hoffnung ist es, mit den Wollschweinen ein langfristig gutes Bekämpfungsresultat zu erhalten. Die Erdmandeln selbst sind bei der Humusverschiebung für den Strassenneu und -umbau Bibersee, vermutlich von unsauberen Baumaschinen, eingeschleppt worden.

Roger Bisig, Leiter Landwirtschaftsamt, erklärt: «Das Erdmandelgras und die Wurzelknöllchen sind essbar. Die Wollschweine fressen das und wir werden sehen, ob sie die Mandeln genug kauen und verdauen, so dass diese zerstört sind und nicht mehr auskeimen im Frühling. Ziel ist es, die Neubildung von Knöllchen zu verhindern».