Zuckerrüben

Neue Krankheit bedroht den Zuckerrübenanbau

2019 breitete sich die Rübenkrankheit „Syndrome Basses Richesses“ von der Westschweiz her bis ins Berner Seeland aus. Die Bekämpfung ist schwierig. Hoffnung setzen die Pflanzer auf neue SBR-tolerante Rübensorten.

Syndrome Basses Richesses (SBR) oder „Syndrom des niedrigen Zuckergehalts“ ist eine neue, durch Zikaden übertragbare Bakterienkrankheit, die sich von Frankreich (Region Dijon) aus in die Westschweizer Rübenanbaugebiete ausgebreitet hat. Im Anbaujahr 2017 zeigten sich erste Vergilbungssymptome in den Waadtländer Regionen Gros-de-Vaud, Plaine de l’Orbe und in der Broye.

Im Folgejahr 2018 waren in den genannten Regionen die Rübenschläge grossflächig von starken Vergilbungssymptomen mit markanten Zuckergehaltsverlusten betroffen. Dazu kamen neu die Region Vully (FR) und erste Anbaugebiete im Berner Seeland.

3000 ha betroffen

Die gesamte betroffene SBR-Befallsfläche 2019 liegt bei zirka 3000 ha. Die Rübenpflanzer erlitten in den letzten drei Jahren durch die stark reduzierte Zuckergehalte massive Einkommensverluste. Zuckergehalte unterhalb von 16 % werden gemäss Branchen­vereinbarung mit steigenden Malus­abzügen bestraft. Als Konsequenz geben die Landwirte in den betroffenen Regionen die Zuckerrübenproduktion vermehrt auf. Die Zikaden, meist die Schilf-Glasflügelzikade (Pentastiridius leporinus), fliegen im Frühsommer aus Weizenbeständen (je nach Witterung ab Mai/Juni) in die Zuckerrübenbestände ein. Als Pflanzensaftsauger übertragen sie die SBR-Erreger in die Zuckerrüben.

Im Spätsommer legen die Zikaden ihre Eier im Boden in die Nähe der Zuckerrübenpfahlwurzeln ab. Die geschlüpften Larven ernähren sich saugend von der Rübenwurzel. In der Folgekultur (meist Winterweizen) wird die Entwicklung fortgesetzt. Der Zyklus schliesst sich, indem die erwachsenen Zikaden im Frühjahr wieder in die Zuckerrübenfelder einfliegen.

>> weiterlesen (LANDfreund-Ausgabe 01/2020, ab Seite 24)