Pflanzenbau

Noch keine Schäden, aber wachsender Befallsdruck

Maiswurzelbohrer fliegen von den umliegenden Ländern her in die Schweiz ein. Von den strengen Fruchtfolgevorschriften sind mehr und mehr Bauern betroffen.

Der Maiswurzelbohrer (Dia-brotica virgifera) ist in der Schweizer Pflanzenschutzverordnung als besonders gefährlicher Schadorganismus (Quarantäneorganismus) eingestuft. «Aber er ist einfach zu bekämpfen», erklärt Markus Bünter, Leiter der Agroscope-Forschungsgruppe Pflanzenschutzdienst. Es gelte ganz einfach der Grundsatz: kein Mais nach Mais.
Das hänge mit dem Lebenszyklus des Maiswurzelbohrers zusammen: Die adulten Weibchen legen im Sommer bis Herbst Eier in den Boden – bevorzugt in Maisfeldern. Im folgenden Mai schlüpfen die Larven und beginnen mit dem Fressen der Maiswurzeln. Finden sie kein Maiswurzelwerk vor, sterben sie ab. So wird der Lebenszyklus durchbrochen.
Bis heute gibt es in der Schweiz dank der Fallenüberwachung und den Tilgungsmassnahmen bei Käferfängen keine lokalen Maiswurzelbohrer-Populationen.
Dennoch findet man den Schädling immer wieder in den Pheromonfallen der kantonalen Pflanzenschutzdienste. Jährlich werden derer 200 aufgestellt – ausschliesslich in Maisfeldern entlang der Hauptverkehrsachsen und in den Grenzkantonen. «Erstmals wurde im Jahr 2000 von Italien her der Maiswurzelbohrer im Tessin in Pheromonfallen gefangen.
Heute hingegen drängt der Schädling nicht nur von Süden, sondern auch von Norden in die Schweiz», sagt Bünter – und dies längst nicht mehr als blinder Passagier durch Lastwagen.
Der Käfer kann 40 bis 100 km weit fliegen, und da der Maiswurzelbohrer in der ganzen EU seit 2014 nicht mehr als Quarantäneorganismus gilt (das heisst keine Melde- und Bekämpfungspflicht mehr), nimmt die Maiswurzelbohrer-Population in Gebieten mit Mais-Monokulturen stark zu. Deshalb fliegt der Maiswurzelbohrer aus Befallsgebieten in den umliegenden Ländern in die Schweiz ein.
Am meisten betroffen waren neben dem Tessin im Jahr 2018 die Kantone Aargau, Basel-Land, Basel-Stadt, Jura und Solothurn. Dort gelten die Massnahmen der sogenannten Tilgungsstrategie mit dem Verbot von Mais auf Mais. Das drückt die Population gegen null. Um Fallenstandorte mit Maiswurzelbohrerfängen werden Kern- und Sicherheitszonen ausgeschieden:
Kernzone, 5 km um den Fallenstandort: Im Folgejahr ist der Maisanbau auf Mais-Parzellen verboten. Bis am 30. September darf kein frisches Erntegut aus der Kernzone transportiert werden.
Erlaubt ist der Transport innerhalb der Kernzone. Siloballen und Trockenprodukte dürfen nach ausserhalb transportiert werden. Ernte- und Bodenbearbeitungsmaschinen sind vor dem Verlassen der Kernzone zu reinigen (mit Hochdruck oder Druckluft).
Sicherheitszone, 10 km zum Käferfundort: Im Folgejahr ist der Maisanbau auf Mais-Parzellen verboten.
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Wasser, das wichtigste Futter

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