Medien-Hintergrundgespräch Pestizide

Pflanzenschutz: FiBL fordert mehr Geld

Seit 30 Jahren forschen FiBL und Agroscope an direktem Pflanzenschutz ohne chemisch-synthetische Pestizide. Die Fülle an Antagonisten (Insekten, Viren, Nematoden), Pflanzenextrakten oder natürlichen Materialien ist gross. Aber diese zu standardisierten Produkten zu entwickeln ist teuer. Das FiBL fordert mehr öffentliche und private Investitionen.

Für Pflanzenschutz ohne chemisch-synthetische Pestizide gibt es eine Fülle von Lösungen wie zum Beispiel natürliche Antagonisten (Insekten, Viren, Nematoden), Pflanzenextrakten oder natürliche Materialien (Tonmineralien, Milchextrakten). Sie zu standardisierten Pflanzenschutzprodukten zu entwickeln, ist extrem teuer. Laut dem heutigen FiBL-Mediengespräch mit Direktor Urs Niggli, Lucius Tamm und Monika Messmer brauche es öffentliche und private Investitionen in die Forschung. Mittlerweile würden in der Europäischen Union die Hälfte aller Genehmigungsanträge für neue Wirkstoffe zu biologischen Pflanzenschutzmitteln gestellt. Das zeige das Potenzial von alternativen Ansätzen.

Laut FiBL ist die Weiterentwicklung von vorbeugenden und direkten Pflanzenschutzmethoden dringlich. So könne man Ertragsverminderungen durch Verzicht auf Pestizide auffangen. Insbesondere sei die Forschung und Entwicklung für biologische Pflanzenschutzlösungen auch mit Industriepartnern voranzutreiben.

Systemlösungen bringen den Ausweg

Das Reduktionspotenzial bei den chemisch-synthetischen Pestiziden sei hoch. Teilschritte könne man aber schon heute umsetzen. Die Praxis und die Forschung im Biolandbau zeigen, dass man Herbizide mit modernsten Geräten, Mischkulturen und Bodenbedeckungen vollständig ersetzen könne.

Für vorbeugenden Pflanzenschutz brauche es Systemeffekte durch vielgliedrige Fruchtfolgen, Mischkulturen, Buntbrachen und Hecken oder Blühstreifen. Nötig sei auch eine standortgerechte Sortenwahl und Züchtung von neuen Sorten, um Krankheits- und Schädlingsprobleme insbesondere bei den Bio-Spezialkulturen zu bewältigen.

Neue Sorten brauchen Zeit und Geld. So auch Züchtungsprojekte wie verbesserte Krankheitstoleranzen beim Apfel oder die Toleranz von Baumwolle gegen Wurzelbohrer und saugende Insekten durch partizipative Züchtung in Indien, die das FiBL durchführt. Projekte wie diese zeigen den Weg, brauchen aber mehr Unterstützung und Nachahmer weltweit.

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