Flurrundgang

Raps und Zuckerrüben in Hochfelden

Die Rapsfelder stehen in voller Blüte. Auch wirtschaftlich stehen die Zeichen gut. Schweizer Raps ist beliebt, die Nachfrage gross. Das zeigte das grosse Interesse der Bauern an der Versuchsbesichtigung auf dem Betrieb von Werner Landert in Hochfelden.

Die Versuchsanlage von fenaco Pflanzenschutz und Strickhof sind eindrücklich. Fenaco Pflanzenschutz legte acht verschiedene Rapssorten an, das FiBL Versuchsparzellen mit Raps und Untersaat und der Strickhof verschiedene Rübensorten inklusive der neu zugelassenen Sorte Belamia, behandelt mit Conviso One.

Je höher der Ertrag, desto höher auch der Deckungsbeitrag beim Raps. Bei einem Ertrag von 50 kg/a rechnet Geri Busslinger von fenaco Pflanzenschutz mit einem Deckungsbeitrag von 3939 CHF inklusive der Beiträge für Herbizidverzicht und schonende Bodenbearbeitung. Der Ölgehalt wird in der Schweiz anders als im umliegenden Ausland von den Abnehmern nicht zusätzlich honoriert. Das Ertragspotenzial von Raps sei riesig, ausnützen könne man das nur bei idealen Bedingungen. Grenzen gibt es durch die immer restriktiveren Vorschriften beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und der Düngermenge. Dem Saatbeet, der Bodenbearbeitung und dem Saattermin seien genügend Aufmerksamkeit zu schenken. «Je früher man sät, desto höher der Schädlingsdruck», so Stefan Lüthy von UFA Samen und empfiehlt erst gegen Ende August, anfangs September zu säen.

Wichtig sei es, die Anbaupausen in der Fruchtfolge zu berücksichtigen, führten Martin Schärer und Victor Muheim aus. Die Anbaupause müsse mindestens drei Jahre dauern, noch besser seien vier bis fünf Jahre. So lasse sich der Krankheits- und Schädlingsdruck senken. Maximal ein Viertel darf der Rapsanteil bei den Kulturen ausmachen (33% bei Raps und Sonnenblumen).

Herausforderung Bioraps

Der Anteil von Bioraps an der gesamten Rapsproduktion ist klein. Raps nach Biorichtlinien zu produzieren, verlangt einiges an Know-how, Wetterglück und Standortvorzüge. Gegen Schädlinge gibt es kaum Bekämpfungsmöglichkeiten. Umso wichtiger ist die Düngung, beispielsweise im Frühling eine rasche wirkende Güllegabe. Sammy Leumann vom Fibl empfiehlt als Vorfrucht Kunstwiese oder Gründüngung. Gegen Unkräuter führt das Fibl schweizweit an verschiedenen Standorten Versuche mit Untersaaten durch. Die Versuche sind im ersten Jahr. Resultate sind erst nach der Ernte verfügbar. Verglichen werden zwei Verfahren: einerseits gleichzeitige Saat von Raps und Untersaat, andererseits Einsaat der Untersaat erst nach dem ersten oder zweiten Hackdurchgang.

Walter Kipfer vom GZN Niederhasli informierte über die Marktaussichten. Die Ölmühlen wollen deutlich mehr Raps übernehmen. Zulasten geht dies von Sonnenblumen. Die Aussicht für Sonnenblumen sind daher eher schlecht, ebenso wie für Schweizer Soja. Anmeldefrist für alle Ölsaaten bei der Agrosolution ist der 16. Juni 2019.

Königskultur ohne Herz

Markus Bopp Ackerbauberater vom Strickhof, brach eine Lanze für den Rübenanbau. Auch wenn die Preise in den letzten Jahren massiv gefallen seien, sei Zuckerrübe immer noch eine der wirtschaftlichsten Kulturen. Damit lasse sich ein Deckungsbeitrag von rund 5500 CHF verdienen. Grosses Thema bei der Versuchsbesichtigung war aber nicht die neue Conviso-Smart-Strategie, die die Bestandesführung um einiges einfacher macht, sondern Rüben ohne echtes Herzblatt. Stellenweise trat dieses Phänomen massiv auf, und zwar auf ganz unterschiedlichen Sorten. In solchen Beständen müsse man abwarten, bis die Pflanzen das Wachstum wiederaufnehmen würden. Über die Ursachen äusserte sich Andreas Bertschi von der Fachstelle für Zuckerrübenbau vom Regionalbüro Strickhof nicht konkret. Sicher hätten die Wetterbedingungen einen Einfluss. Nach Augenschein auf verschiedenen Schadstellen könne man Herbizide, Inzektizide, Düngung oder Vorkulturen ausschliessen. Es handle sich auch nicht um eine Krankheit oder einen Schädling.

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Artikel geschrieben von

Daniela Clemenz

Redaktorin

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