Bio Futtergetreide

Richtpreise für Bio-Futtergetreide sinken

An der Richtpreisrunde vom 18. Mai 2020 haben Produzentenvertreter, Mischfutterhersteller und Importeure die Richtpreise für Knospe-Futtergetreide angepasst. Bei Gerste, Hafer, Triticale, Futterroggen sowie beim Körnermais sinkt der Richtpreis um zwei Franken, beim Futterweizen um drei Franken. Für Körnerleguminosen bleibt der Richtpreis gleich.

Produzenten und Verarbeiter haben sich im Rahmen der Richtpreisrunde auf eine Senkung der Produzentenrichtpreise bei Knospe-Futtergetreide geeinigt. Die Übernahmebedingungen 2020 entsprechen den Bestimmungen des Branchenverbandes swiss granum.

Marktsituation Futtergetreide und tierische Bio-Produkte

Wie schon in den Vorjahren ist das inländische Angebot an Bio-Futtergetreide auch 2019 dank zusätzlicher Betriebe und Ackerflächen gestiegen. Aus der Ernte 2019 konnten 34'173 Tonnen Futtergetreide übernommen werden, was gegenüber 2018 einer Steigerung von rund 22 Prozent gleichkommt. Der Anteil an inländischem Bio-Futtergetreide liegt jetzt bei 81 Prozent. Der Bedarf für Mischfutter ist im gleichen Zeitraum um 3,2 Prozent gestiegen. Auch der Absatz Schweizer Bio-Produkte tierischen Ursprungs wie Milch, Fleisch und Eier ist gewachsen. Die durch den gesteigerten Inlandanteil erhöhten Produktionskosten der Tierhalter lassen sich allerdings nur schwer über höhere Verkaufspreise der Endprodukte wieder hereinholen. In den Preisverhandlungen der Bio-Ackerbauern war deshalb Solidarität gegenüber den Bio-Tierhaltern nötig.

Massnahmen für Körnermais, Gerste, Hafer, Triticale und Futterroggen

Da bei Gerste, Hafer, Triticale und Futterroggen eine Vollversorgung möglich und auch beim Körnermais eine hohe Inlandversorgung zu erwarten ist, wurden folgende Massnahmen beschlossen: Die Anpassung der Richtpreise an die Erfordernisse des Marktes, eine Vermarktungssperre für Knospe-Importware der betroffenen Getreidesorten ab dem 15. Juli 2020 sowie die eingeschränkte Vermarktung inländischer Umstellware ab Ernte 2020 mit einem Rückbehalt auf den Richtpreis. Die Höhe des Rückbehalts resultiertaus der Differenz zwischen konventionellem Preis und Bio-Richtpreis. Der Betrag wird bei einer Überversorgung zur Deklassierung verwendet.

Förderung von Körnerleguminosen

Der Einsatz der Körnerleguminosen wird mit der Richtlinienverschärfung in der Wiederkäuerfütterung ab 2020 wichtiger. Deswegen wurde entschieden, Lupinen und Soja weiterhin mit CHF 35.-/dt zu fördern. Auch wenn bei Eiweisserbsen und Ackerbohnen grosse Erntemengen erwartet werden, wurden bei diesen Kulturen keine Einschränkungen eingeführt. Die Branche hat zugesichert, die gesamte Menge dieser beiden Kulturen abzunehmen. Um den Absatz der Ackerbohnen zu fördern, wurde der Richtpreis um CHF 3.-/dt gesenkt. Dies wird allerdings durch den Ausgleichsbeitrag von CHF 3.-/dt aus der Leguminosenförderung ausgeglichen, sodass der Endpreis für den Produzenten auf dem Niveau des Vorjahres bleibt.

Rückbehalt auf Inland-Futtergetreide

Auf sämtlichem Inland-Futtergetreide wird ein Rückbehalt von CHF 1.-/100 kg vom Richtpreis abgezogen. Der Rückbehalt ist zweckgebunden und dient der Produktionsförderung der inländischen Körnerleguminosen. Der Rückbehalt wird von den Sammelstellen eingezogen. Eine Importabschöpfung auf dem Futtergetreide wird auch im Getreidejahr 20/21 nicht erhoben, um das Mischfutter nicht zu verteuern.

Auswuchsgetreide

Weizen CHF 76.00 /100 kg (bei Fallzahl unter 120 s nach Absprache mit dem Abnehmer); Roggen: CHF 74.00 /100 kg (bei grossen Mengen nach Absprache mit dem Abnehmer); Dinkel: CHF 54.00/ 100 kg (bei grossen Mengen nach Absprache mit dem Abnehmer).

Anpassung Reglemente Futtergetreide und Förderung Körnerleguminosen

Bio Suisse hat zusammen mit den Branchenteilnehmern die Reglemente für Futtergetreide inhaltlich angepasst. So wurden die Reglemente Bio-Futtergetreide und das Massnahmenkonzept Knospe-Futtergetreide fusioniert. Neu gibt es noch zwei Reglemente anstatt drei:

  • Reglement Bio-Futtergetreide
  • Reglement zur Förderung von Körnerleguminosen

Ebenfalls neu wurden Sanktionen aufgenommen sowie die Rollen derjenigen, die nach dem Reglement arbeiten, präzisiert. Zudem wurden die einzelnen Kapitel besser strukturiert. Weitere inhaltliche Anpassungen des Reglements mit Blick auf die neuen Fütterungsrichtlinien der Wiederkäuer sowie zu Massnahmen bei temporärem Überangebot sind bereits per Ende 2020 vorgesehen.

Die Richtpreise für Schweizer Bio-Getreide im Überblick. (Bildquelle: Bio Suisse)

Aktuelle Preise und Übernahmebedingungen: www.bioaktuell.ch

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