Ganz Persönlich

SRF - Pflanzenschutz im Fokus

Die Sendung «Kassensturz» beleuchtet brisante Themen rund um den Konsumentenschutz. Bauern fühlen sich oft an den Pranger gestellt. Welche Köpfe stecken hinter der Kamera? Daniel Mennig ist einer von ihnen. Was treibt ihn an?

Welche Kriterien sind entscheidend für die Themenwahl?
Daniel Mennig: Es muss gesellschaftlich relevant sein, und das ist die Landwirtschaft zweifelsohne. Sie steht im Zentrum von vielen Betrachtungsweisen. Sie produziert das Essen der Gesellschaft, nimmt dadurch Einfluss auf die Gesundheit der Be­völkerung. Und sie nutzt ein Viertel der schweizerischen Gesamtfläche. Der Bund unterstützt die Höfe mit knapp 14 Mrd. CHF. Das ist ebenso ein hoher Punkt. Fakt ist somit, die Betriebe werden von unserer Gesellschaft mitfinanziert.

Verraten Sie uns, womit Sie sich aktuell beschäftigen?
Mennig: Das Thema Gewässerverschmutzung lief nun gerade über den Sender. Der Pflanzenschutzeinsatz auf unseren Agrarflächen treibt uns in der SRF-Redaktion genauso um wie die Bauern und die Gesellschaft. Wir haben den Artenrückgang im Blick wie auch das Insekten- und Vogelsterben. Fakten, die sich nicht wegdiskutieren lassen.

Stichwort Gewässer- oder Artenschutz – wie recherchieren Sie?
Mennig: Impulse liefern uns die Zuschauer, oder wir greifen Themen aus Expertengesprächen auf. Dazu sammeln wir Fakten und sprechen uns mit den Fachleuten ab. So erhält man ein erstes Bild. Das diskutieren wir in der Redaktions­leitung. Dort fällt der Entscheid, ob wir es bringen. Wichtig ist am Ende, dass auch die nichtlandwirtschaftliche Bevölkerung das Gezeigte versteht.

Bauern fühlen sich oft vom «Kassensturz» an den Pranger gestellt.
Mennig: Ist das so? Haben Sie solche Rückmeldungen? Mir ist bewusst, dass Bauern einen schwierigen Job machen. Sie stehen unter ökonomischem Druck und sollen möglichst billig produzieren. Zudem bestehen hohe gesellschaftliche und ökologische Erwartungen, denen sie entsprechen müssen. Die Bauern müssen die vom Bund vorgegebenen Ziele einhalten. Es ist legitim, dort genau hinzusehen und über Gesetzesverstösse zu berichten. Wir sind weder den Bauern noch sonst wem verpflichtet. Es ist das kontroverse Abhandeln von Themen.

Gab es schon persönliche Anfeindungen nach Sendungen?
Mennig: Ja, das kam schon vor, aber es hat sich im Rahmen gehalten.

Wo liegt bei der Recherche Ihre Schmerzgrenze?
Mennig: Für mich ist klar, ich muss mich im legalen Bereich bewegen, und zwar jederzeit. Wir suchen das Gespräch. Stösst das nicht auf fruchtbaren Boden, dann lässt man es sein.

Ihre Vorstellung der Landwirtschaft?
Mennig: Eine ideale Landwirtschaft hat Bauern, die gut verdienen. Eine Landwirtschaft, die die Gesetze respektiert und die demokratisch bestimmte Ziele erreicht.

Wann besuchten Sie zuletzt einen landwirtschaftlichen Betrieb?
Mennig: Vor sechs Wochen war ich bei einer befreundeten Bauernfamilie – wir sehen uns öfter. Wir diskutieren über die aktuelle Politik, über die damit verbundenen Herausforderungen und wie sie es schaffen, in diesem Spannungsfeld Lösungen zu finden.

Sind sie ein Öko?
Mennig: Ich bin wahrscheinlich so viel öko wie viele andere auch. Mir ist wichtig, was ich esse. Ich esse lokal und nachhaltig produzierte Lebensmittel. Meine ein bis zwei Flüge pro Jahr, die ich zwar beruflich mache, sind eher nicht ökologisch.

Und wo trifft man Sie privat?
Mennig: In der Natur, vor allem beim Wandern im Zürcher Oberland.

Ihr Tipp für die Bauern?
Mennig: Bewegen und innovativ bleiben. Das müssen im Übrigen auch wir in unserer Branche der Medienland­schaft.                                            

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Artikel geschrieben von

LANDfreund

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