Weizen herbizidfrei: Striegeln ja, Untersaat nein

Flurbegehungen waren in dieser Saison rar. Umso grösser war das Interesse der Bauern als mal wieder eine stattfand. In Jegenstorf waren Weizensortenversuche und Gründüngungsmischungen zu besichtigen.

Bezug zur Aktualität hatte der Flurrundgang, den die Landi Moossee organisiert hatte. Es ging um herbizidlosen Weizenanbau mit Untersaaten und mechanischer Bekämpfung. Kürzlich erst hatte die Migros angekündigt, dass sie ab 2023 nur noch komplett pestizidfreies Brotgetreide übernehmen wolle. Für IP-Suisse-Produzenten bedeutet dies, zu den bisherigen Anforderungen (keine Fungizide, keine Insektizide, keine Halmverkürzer) auch noch auf Herbizide zu verzichten.

Das ist möglich: Auf besten Ackerflächen in Jegenstorf konnte der Extensoweizen mit der Intensivproduktion gut mithalten. UFA Samen hatte über 20 Weizensorten ausgesät, je einmal im Intensivanbau und im Extensoanbau. Die drei neuen Sorten Piznair, Diavel und Cadlimo auf der Sortenliste überzeugten durch ein gutes Resistenzprofil gegenüber Krankheiten. Cadlimo ist auch für den Extensoanbau geeignet. Diavel kann sowohl im Herbst als auch im Frühling ausgesät werden kann. Im Gegensatz zu Piznair und Cadlimo sei bei Diavel auch genug Saatgut vorhanden. Für Piznair und Cadlimo lohnt sich eine Frühbestellung.

Zusätzlich kamen in Jegenstorf bei der beliebten Extensosorte Nara auch noch Untersaaten zum Einsatz. Die Untersaat im Getreide erfolgt im Frühjahr. Guter Bodenschluss ist wichtig – also striegeln und walzen. „Der Vorteil der Untersaat ist, dass nach der Ernte, der Boden rasch bewachsen ist und einen Erosionsschutz bildet“, erklärte UFA-Samenberater Niklaus Althaus. Herbizidfrei nur mit Striegeln funktioniert – also, was braucht es eine Untersaat, wenn im Nachgang der Ernte gleichwohl noch eine Gründüngungsmischung ausgesät werden muss, das war zumindest die Meinung einiger Teilnehmer.

Althaus, der daheim einen Biobetrieb bewirtschaftet, gab Tipps zum Striegeleinsatz: Für ein gutes Striegelresultat sei nicht unbedingt das Striegelmodell oder die Zinkenform entscheidet, sondern der richtige Einsatzzeitpunkt. Ab dem Drei- bis Vierblattstadium könne man anfangen. Langsam und vorsichtig fahren, um die Verschüttungswirkung so tief wie möglich zu halten. Im ersten Durchgang mit der Zinkentiefe nicht unter 2 cm gehen. Es sei nicht nötig, über die empfohlene Saatmenge hinauszugehen, erklärte Althaus, auch wenn durch das Striegeln Kulturpflanzen ausgerissen oder verschüttet werden.