Liebegger Ackerbau

Treffpunkt Liebegg: Körnerleguminosen im Fokus

Die einheimische Produktion von Eiweisspflanzen gewinnt im Zuge von Swissness an Bedeutung. Aber es ist gar nicht so einfach die Königin der Körnerleguminosen – die Sojabohne – zu überflügeln.

Am Liebegger Ackerbau informierten Andrea Enggist und Sonja Balser vom Liebegger-Ackerbauteam über die Produktion von einheimischen Eiweisspflanzen. Die Bauern hatten die Gelegenheit die Versuchsfelder mit Soja, Ackerbohnen, Lupinen, Linsen und Eiweisserbsen zu besichtigen. Dabei zeigten sich die Schwierigkeiten im Anbau. Besonders negativ fielen die Linsen ab. Da es keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel gibt, ist der Ertrag vernachlässigbar klein. Potenzial weisen allenfalls Eiweisserbsen auf. Sommereiweisserbsen sind im Vergleich zu Wintereiweisserbsen weniger krankheitsanfällig und haben ein höheres Ertragspotenzial. Dennoch, Körnerleguminosen werden sich im ÖLN wohl kaum im grösseren Stil durchsetzen.
Manuel Ender wies auf die Verträglichkeit von Soja und deren Alternativen in der Tierhaltung hin. Soja – die Königin der Körnerleguminosen - schwingt oben aus punkto Rohproteingehalt, Aminosäuremuster und Proteinverträglichkeit. Von Bedeutung in der Tierhaltung ist aber auch Rapsschrot. Allenfalls könnten Malztreber und Leguminosen die Abhängigkeit vom Soja etwas verringern, sagte er.
Wirtschaftlich kann der einheimische Sojaanbau dem importierten Sojaschrot kaum das Wasser reichen. Über 270'000 t importiert die Schweiz jährlich. «Davon sind 99 % als verantwortungsbewusst produzierter Soja zertifiziert», erklärte Markus Stalder von der fenaco. Immer mehr verschiebe sich der Beschaffungs-Fokus auf Soja aus europäischer Herkunft, fügte Stalder an.
Abgerundet wurde der Liebegger Posten-Rundgang mit einem Einblick in die Welt der Insekten, denn diese bilden ebenfalls eine alternative Proteinquelle. Seit 2017 sind drei Insektenarten offiziell als Nahrungsmittel zugelassen. «Insekten zählen zu den Nutztieren, man darf sie nur mit zugelassenen Futtermitteln füttern. Speiseabfälle kommen nicht in Frage», erklärte Martina Häfliger von der Liebegg. Zudem sei die Insektenproduktion nicht zonenkonform. Insekten dürften damit also kaum ein Standbein für die Schweizer Landwirtschaft werden. Übrigens, blieb es nicht beim Zuhören, die Teilnehmer konnten Heuschrecken, Grillen und Mehlwürmer auch degustieren.

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Artikel geschrieben von

LANDfreund

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