Ungeschützt ist fahrlässig

Landwirt Lars Nyffenegger hat in Worben im Frühling eine sogenannte Nullparzelle angelegt, bei der er bewusst auf Pflanzenschutz verzichtete. Im Rahmen des Medienanlasses der IG BauernUnternehmen wurde eindrücklich sichtbar, was mit einer ungeschützten Kultur passiert: Unkraut, Krankheiten und Schädlinge machen sich breit.

Im Rahmen der Kampagne «Pflanzen & Tiere brauchen Schutz» von BauernUnternehmen engagieren sich Landwirten in der ganzen Schweiz mit Plakaten auf ihren Feldern, um die regionale Bevölkerung über die Notwendigkeit von massvollem Pflanzenschutz aufzuklären.

Was mit einer nicht gepflegten landwirtschaftlichen Kultur passiert, präsentiert heute Landwirt Lars Nyffenegger auf seinem Feld in Worben. Am Rande seines Zuckerrübenfeldes hat er im Frühling eine sogenannte Nullparzelle angelegt, bei welcher er bewusst auf Pflanzenschutz verzichtet hat. Unkraut, Krankheiten und Schädlinge machen sich breit, schmälern die Ernte und lassen die Kulturpflanzen verkümmern. Weniger regionale Produkte und mehr Importe wären die Folgen eines Pflanzenschutzverzichts. Und nicht zuletzt ist auch die Lebensmittelsicherheit gefährdet.

Heute können Konsumentinnen und Konsumenten stets auf gesunde, regionale Lebensmittel zählen. Gleichzeitig steht der Pflanzenschutz in der Kritik. Tatsache ist aber: Der sorgfältige und massvolle Einsatz moderner Pflanzenschutzmittel bewahrt die landwirtschaftlichen Produkte vor Krankheiten und Schädlingen. Bauern in der ganzen Schweiz setzen sich mittels Informationstafeln auf ihren Feldern für die Aufklärung der Bevölkerung ein.

«Wir möchten mit dieser Aktion offensichtlich machen, was viele Konsumentinnen und Konsumenten als selbstverständlich erachten: Gesunde, regionale Nahrungsmittel können nur mit massvollem Pflanzenschutz in der geforderten Qualität und Menge hergestellt werden. Die Felder ungeschützt zu lassen, wäre fahrlässig», erklärt Samuel Guggisberg, Präsident der IG BauernUnternehmen, die Absicht hinter der Aktion. Die Leute sollen mit eigenen Augen sehen, was ohne kontrollierten Pflanzenschutz passiert. Die IG Bauern-Unternehmen ist überzeugt, dass sie dadurch die Diskussion über die moderne Landwirtschaft weiter anstossen kann.

Eine Reduktion der eingesetzten PSM-Menge kann zu einer ungenügenden Wirkung und zu Resistenzen führen. Ein vollständiger Verzicht hätte Ertragsausfälle von bis zu 40% zur Folge. In einzelnen Kulturen wären auch Totalausfälle nicht zu vermeiden. Der unsachgemässe Einsatz schadet indes der Natur. Diesen Spagat gilt es aber zu machen, denn moderner Pflanzenschutz ist für die Versorgung mit regionalen, hochwertigen Nahrungsmitteln eine Notwendigkeit. Denn ohne Pflanzenschutz könnte die inländische Produktion kaum mehr zur Versorgung der Schweizer Bevölkerung beitragen.

Verständnis schaffen

Niemand möchte auf tadellose, qualitativ hochwertige, gut verfügbare regionale Lebensmittel verzichten. Gleichzeitig sind aber immer noch viele Vorurteile gegenüber dem modernen Pflanzenschutz vorhanden. Mit der Aktion wolle man einen faktenbasierten Dialog in Gang bringen. Die Plakate auf den Feldern seien dazu da, das Eis zu brechen und ebendiesen Dialog mit Passanten direkt anzustossen. «Da muss jetzt einfach ein Umdenken in der Bevölkerung stattfinden, denn ohne modernen Pflanzenschutz könnte das heutige Nahrungsmittelangebot mit gesunden, hochwertigen, re-gionalen Produkten nicht gewährleistet werden», fügt Guggisberg an.

Massvoller Schutz

«Faktenbasierter Dialog heisst für uns, von der Verteuflung des modernen Pflanzenschutzes wegzukommen. Das gelingt nur, wenn wir die Fakten aufzeigen, selbstverständlich ohne die Nachteile von Pflanzenschutz zu negieren», ist Guggisberg überzeugt. Man werde mit Flurgängen vor Ort die Komplexität einer modernen Landwirtschaft erläutern, aber auch die grossen Fortschritte und die stark gestiegene Sorgfalt im Umgang mit Pflanzenschutz aufzeigen. Selbstverständlich müssten Pflanzenschutzmittel professionell und sehr sorgfältig eingesetzt werden. Dem Schutz von Fliessgewässern und auch des Grundwassers komme dabei eine grosse Bedeutung zu. Durch gezielte und sachgemässe Anwendung seien die Risiken für Mensch und Umwelt jedoch vertretbar. «Wer allerdings Pestizide ganz verbietet, der verkennt die Bedeutung der Mittel für eine produktive Landwirtschaft mit qualitativ hervorragenden Produkten», so Guggisberg