PSM-Verzicht

Viel Aufwand für möglichst herbizidfreien Reis

Im Tessin wird seit 1997 Trockenreis angebaut. Seit dem vergangenen Jahr versucht der Gutsbetrieb Terreni alla Maggia dies möglichst ohne Pflanzenschutzmittel zu tun – mit noch mässigem Erfolg.

Im Maggiadelta am Lago Maggiore wächst seit über 20 Jahren Reis. Die Terreni alla Maggia SA setzt dabei auf die Sorte Loto, die sich durch eine kürzere Reifezeit auszeichnet. Angefangen auf nur rund zwei Hektaren, steigerte der Betrieb die Produktion Jahr um Jahr und baute 2018 schliesslich auf einer Fläche von 90 Hektaren Reis an und erntete rund 520 Tonnen Rohreis – im Trockenanbauverfahren. Ähnlich wie normales Getreide wird der «Riso Nostrano Ticinese» trocken angebaut und – wenn nötig – einmal pro Woche bewässert.

2020 versuchte die Terreni alla Maggia den Reis zum ersten Mal gänzlich ohne Pflanzenschutzmittel anzubauen: Das Unkraut wuchs dem Reis allerdings trotz fieberhaftem Jäten und Hacken über den Kopf. «Reis ist etwas heikel, weil er so langsam wächst», erklärt Markus Giger, der bei Terreni alla Maggia für den Ackerbau zuständig ist. Den Unkrautdruck darum ohne jegliche Herbizide in den Griff zu bekommen sei kein Kinderspiel. Entsprechend ernüchternd fiel die Ernte Hektaren aus. Trockenreisanbau hat zwar den Vorteil, dass nur ein Viertel der beim Nassanbau nötigen Wassermenge gebraucht wird. Im Trockenanbau haben die Bäuerinnen und Bauern allerdings vermehrt mit Unkraut und Schädlingen zu kämpfen, weshalb dieses Verfahren – insbesondere im Bioanbau – sehr viel arbeitsaufwändiger ist. Obwohl das Resultat also ernüchternd ausfiel, hält der Tessiner Landwirtschaftsbetrieb am Vorhaben eines möglichst herbizidfreien Reises fest. Und dieses Jahr war die Ernte besser. Allerdings wurde dieses Jahr wieder ein Herbizidmittel ausgebracht – aber nur einmal. Das sei aber eine Verbesserung gegenüber vorher und so hätten bereits Erkenntnisse vom letzten Jahr umgesetzt werden können, meint Markus Giger.

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