Aktionsplan Pflanzenschutz

Was läuft in den Kantonen?

Jährlich organisiert das BLW eine Tagung zum Aktionsplan Pflanzenschutzmittel. Die Ziele wurden im Rahmen der parlamentarische Initiative 19.475 gesetzlich verankert. Über die kürzlich vernehmlasste Verordnung "Massnahmenpaket für sauberes Trinkwasser" war aber nichts zu erfahren. Darüber entscheidet der Bundesrat 2022.

Die 5. Tagung Aktionsplan Pflanzenschutzmittel fand am Strickhof in Lindau-Eschikon statt. Gekommen waren sie alle: Bundes- und Kantonsämter, Pflanzenschutzberater der Kantone und der Firmen sowie der WWF. Im Pflanzenschutz hat sich in den letzten Jahren viel bewegt. Über die Hälfte der Massnahmen des Aktionsplans PSM konnten eingeführt werden. Mit der Parlamentarischen Initiative 19.475 hat das Parlament die Ziele des Aktionsplans gesetzlich verankert und den Gewässerschutz verstärkt. Der Bundesrat wird diese Elemente auf Verordnungsstufe 2022 konkretisieren.

Das Schwerpunktthema der diesjährigen Tagung war die «Umsetzung der Massnahmena aus dem Aktionsplan in den Kantonen». Der 1917 ins Leben gerufene Aktionsplan Pflanzenschutz war ein Meilenstein. Ein Set von über 50 Massnahmen zur Reduktion von Pflanzenschutzmittel – zumal das Programm dynamisch ist und von Jahr zu Jahr mehr Massnahmen und mehr beteiligte Betriebe umfasst. Das ist auch 2021 der Fall. Zu den sieben bereits laufenden Ressourcenprojekten sind zwei neue dazu gekommen, so das Projekt ArboPhytoRed im Wallis für alternative Methoden im Obstbau und das Projekt Rés0sem der Kantone Waadt und Wallis sowie Prométerre. Dabei geht es um den Verzicht auf chemische Beizung bei Getreide und Eiweisspflanzen.

Seit 2021 folgt das BLW bei den Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln der EU. Alles, was in der EU verboten wird, wird auch in der Schweiz verboten. Die Herausforderungen im Feldbau werden aber immer grösser. Die Anzahl von Pflanzenkrankheiten und Schädlingen geht nicht zurück, und kommen Mittel vom Markt hätte das Konsequenzen für den Schutz der Kulturen, mittelfristig entstehen Lücken für die Antiresistenzstrategie, sagte Olivier Félix, BLW, Leiter Fachbereich Nachhaltiger Pflanzenschutz.

Florian Sandrini vom BBZ Arenenberg stellte das Ressourcenprojekt Aquasan vor. Bezüglich Wirkungsanalysen ist Aquasan eines der best aufgestellten Projekte. Das Projektgebiet umfasst 90 Landwirtschaftsbetriebe mit Obst-, Beeren-, Gemüse- und Ackerbau auf einer Gesamtfläche von 2'274 ha. Die heutige Messtechnik erlaubt den Nachweis kleinster Spuren eines Wirkstoffes. Die Analysen zeigen, dass sich die Anzahl aktuell verwendeter problematischer Wirkstoffe auf einige wenige reduziert. Bei diesen besteht Handlungsbedarf. Dank den Messungen sind die Eintragswege und Eintragsbedingungen dieser Wirkstoffe nun bekannt.

Risikobehaftet seien insbesondere vor- und nachgelagerte Prozesse, welche mit der eigentlichen Applikation der Wirkstoffe meist nicht direkt zu tun haben. Bisherige Erkenntnisse zeigen: Die Applikation von PSM ist nicht der Haupteintragspfad. Das grösste Risiko birgt die Entwässerung des Befüll- und Waschplatzes, gefolgt von der oberflächlichen Abschwemmung. Hier die Hauptrisikobereiche:

  • Befüll- und Waschplatz
  • Abschwemmung aus den Parzellen
  • Nachtropfen der Spritze
  • Offene Entwässerungsschächte
  • Altlasten im Sediment von Sammelschächten
  • Abdrift aus der Kultur
  • Toxizität der gewählten Pflanzenschutzmittel

Der Eintrag durch Drainagewasser scheine nach den bisherigen Erkenntnissen ein geringeres Risiko darzustellen, sagte Sandrini.

Am Nachmittag ging es aufs Feld, wo Strickhof-Berater zusammen mit Landtechnik-Unternehmen die Massnahmen des Ressourcenprojekts «PFLOPF» zur Reduktion der Risiken von Pflanzenschutzmitteln zeigten.