Pflanzenbau

Was wird aus dem Oberacker

Im Januar 2022 führt die HAFL den Systemvergleich zwischen konservierender Landwirtschaft und Pflug auf der Dauerbeobachtungsfläche am Standort Rütti weiter. Wir haben mit den Verantwortlichen über bisherige Erkenntnisse gesprochen und gefragt, was künftig anders sein wird.

Die Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) expandiert: Sie eröffnet auf Januar 2022 ein Aquaforum am Inforamastandort Rütti und betreibt Gemüsebauforschung am Inforama Seeland, Biogasforschung am IAG Grangeneuve (FR), geht mit Permakultur eine Partnerschaft ein, baute das Kompetenzzentrum Boden (KOBO) auf und wird auf 2029 den Rütti-Gutsbetrieb übernehmen sowie nächstens auf 2022 den Oberacker.

Die Dauerbeobachtungsfläche Oberacker umfasst 80 a, aufgeteilt in sechs Doppelparzellen, auf denen eine sechsjährige Fruchtfolge umgesetzt wird. Seit 1994 ist die Versuchsanordnung fix, so können die langfristigen Auswirkungen einer konservierenden Landwirtschaft mit Direktsaat und ein konventionelles Pflugsystem verglichen werden.

Von Beginn weg leitete Dr. Wolfgang Sturny, der dieses Jahr pensioniert wurde, den Feldversuch zusammen mit Andreas Chervet. Gemeinsam verbinden sie nicht nur lange Berufsjahre, sondern auch das Engagement und die Leidenschaft für bodenschonende Bewirtschaftung.

Ihre Erkenntnisse zogen Kreise. Der Oberacker wurde zu einer nationalen und internationalen Institution für konservierende Landwirtschaft (Conservation Agriculture, CA). Sturny sagt: «Es ist weltweit eine der wenigen Dauerbeobachtungsflächen für Anliegen der bodenschonenden Produktion – und es braucht lange Zeiträume, will man den Boden ändern, denn er ist ein komplexes und träges Lebendsystem. Das ist uns mit dem Oberacker gelungen.» Das Team Sturny-Chervet leistete zusammen mit vielen...