Tierhaltung

«Das System funktioniert nicht überall»

Die Schweine nutzen meist den Spaltenboden in Fensternähe. Nur selten koten sie auf die Liegefläche.
Die Schweine nutzen meist den Spaltenboden in Fensternähe. Nur selten koten sie auf die Liegefläche.

Ab dem 1. September 2018 sind Vollspaltenböden für Mastschweine in der Schweiz verboten. Die Landwirte müssen den Tieren dann auch mehr Fläche zur Verfügung stellen. Wir besuchten drei Betriebe, die bereits umgebaut haben.

Artikel aus der LANDfreund-Ausgabe 11/2016

Roland Huber bewirtschaftet in Ballwil (LU) einen Betrieb mit Mastschweinen und Aufzuchtrindern. Die landwirtschaftliche Nutzfläche beträgt 8,6 ha. Im Januar 2016 konnten die ersten Schweine in den umgebauten Stall einziehen. Seither sind einige Monate vergangen und Huber zieht eine positive Bilanz. Bei der Planung legte er Wert auf die Tierschutzrichtlinien und eine automatische Fütterung. Die Firma Krieger entwickelte anschliessend ein passendes Konzept zu seinen Vorstellungen. Dank optimaler Raumnutzung verlor Huber keine Mastplätze. Vor dem Umbau hatte er zwölf Buchten mit je neun Schweinen. Heute sind es drei Buchten mit je 35 Tieren.
Während des einmonatigen Umbaus hielt der Landwirt keine Schweine auf dem Betrieb. Er erneuerte die Decke und baute Sandwichpaneelen ein. Huber verlegte ebenfalls eine Bodenheizung und in­stallierte Fütterungsautomaten. Die alte Lüftung blieb bestehen.
Huber betont, dass der Umbau vor allem in Bezug auf die Fütterung eine Erleichterung sei. Zuvor fütterte er die Schweine mit dem Eimer. Das sei eine zeitaufwändige Arbeit gewesen. Man erkannte dafür schneller, wenn einem Tier etwas fehlte. Heute ist es für Huber schwieriger sich einen Überblick zu verschaffen. «Die Schweine können den ganzen Tag fressen. Frisst eines nicht, fällt dies nicht gleich auf», erklärt er. «In den grossen Gruppen ist es weniger einfach zu erkennen, wenn ein Tier beispielsweise unter Durchfall leidet.»

Huber steuert seine Tiere mit einfachen Tricks
Das neue Haltungssystem bewertet Huber als tierfreundlich. Ihn überzeugt auch die Hygiene im Stall. Die Schweine hätten Ordnung in der Bucht und würden ihr Geschäft meistens an der vorgesehenen Stelle erledigen. Huber erwähnt, er müsse nur selten nachmisten. An schwülwarmen Tagen kann es vorkommen, dass die Schweine auf die Liegefläche koten. Dieses Problem löste der Bauer, indem er eine Sprinkleranlage einrichtete. Diese habe gleich zwei Vorteile. Zum einen kühle sie die Tiere an warmen Tagen. Zum anderen werden die Tiere durch die Nässe angeregt, neben die Anlage zu koten. Dadurch verhindert der Landwirt eine starke Verschmutzung der Liegefläche.

Kaum schmutzige Schweine
Gemäss Huber sind die Tiere aber nicht schmutziger. Der Geruch im Stall sei ebenfalls nicht intensiver als vor dem Umbau. Als Grund nennt er, dass die Tiere hauptsächlich auf den Spaltenboden koten. Daher funktioniere das neue System mit der alten Lüftung gut. Momentan sorgt ein Loch oberhalb des Eingangs für kühle Luft aus Norden.
Das neue System funktioniert gut und Huber ist mit der Lösung zufrieden. Er sei aber erst im dritten Umtrieb, gibt er zu bedenken. Eine Garantie, dass das eingebaute System auch auf einem anderen Betrieb prob­lemlos funktioniere, gebe es nicht, so Huber. Er konnte jedoch auf seinem Betrieb die Mastdauer aufgrund der besseren Zunahmen verkürzen. Die Tiergesundheit habe sich nicht verändert. Nadine Maier

Zu Teil 1: Josef Schnider
Zu Teil 2: Bruno Häberli

Schlagworte

Huber, Schweine, LANDfreund, koten, Bruno, blank, html, Umbau, Krieger, funktioniere

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