Tierhaltung

Hochleistung und Weide: Das geht auch bei der Ziege

Ziegen können schlecht mit der schwankenden Futterqualität und den Magen-Darm-Parasiten auf der Weide umgehen.
Ziegen können schlecht mit der schwankenden Futterqualität und den Magen-Darm-Parasiten auf der Weide umgehen.

Obwohl sich in der Milchziegenhaltung weltweit geschlossene Systeme etablieren, setzt die Schweiz auf Weide. Das erfordert ein cleveres Fütterungs- und Parasitenmanagement. Drei Betriebe zeigen ihre Konzepte.

Bei Adams wird gebaut. Das Betonmischfahrzeug dröhnt und schüttet unablässig nassen Baustoff auf den Boden des künftigen Laufhofs. Hier, in Oberdorf bei Solothurn, zwischen dem neuen Kuhstall und dem alten Ziegenstall, soll es Platz geben für 460 Milchziegen. Mit modernster Einrichtung: Melkkarussell, Einstreuroboter, Fressband. «Die Holstein-Herde von aktuell 40 Milchkühen werde ich auf 20 Tiere reduzieren, den Ziegenbestand um 100 Tiere aufstocken», erklärt Stefan Adam sein Vorhaben. Mit seiner Wachstumsstrategie ist der Solothurner Meisterlandwirt nicht allein. Seit über zehn Jahren ist zwar die Anzahl der Ziegenhalter rückläufig, aber der Markt ruft nach immer mehr Ziegenmilch, und der Hauptverarbeiter Emmi baut seine Milchmenge fast konstant um jährlich 10 % aus. Sprich: Immer weniger Landwirte halten immer mehr Ziegen.
Diese rasante Professionalisierung und Intensivierung der Ziegenmilchproduktion bringe gewisse Herausforderungen mit sich, so Tierarzt Thomas Manser vom Beratungs- und Gesundheitsdienst für Kleinwiederkäuer (BGK). Denn die Ziege, ein hochsensibles Wesen, sei genetisch noch viel weniger an Hochleistungsbedingungen angepasst als das Rind. Fütterungsschwankungen und Parasiten, welche die Weide mitbringt, könnte schnell zum Kollaps führen, so Manser. Kein Wunder, haben sich im Ausland geschlossene Stallsysteme und Totalmischrationen durchgesetzt.
Auch in der Schweiz wird die 365-Tage-Stallhaltung vermehrt zum Thema. Nach wie vor halten aber viele am Weiden fest. Der Landfreund hat drei von ihnen besucht und nachgefragt, wie sie trotz Weide eine stabile, ausgewogene Fütterung hinbringen und den Parasitendruck tief halten.

Mit vollem Magen auf die Weide

Ziegenprofi Stefan Adam aus Oberdorf SO weidet, wie er sagt, vor allem aus Imagegründen. Mitten im Wohnquartier in Stadtnähe sei er stets kritischen Augen ausgesetzt. Also werden seine Tiere auch im neuen Stall rund um die Uhr auf die Weide gehen können. «Sie gehen sowieso nur morgens und abends kurz nach dem Melken raus und nehmen ihr Futter hauptsächlich im Stall auf», erklärt Adam. Das ist für den Ziegenhalter ein grosser Vorteil. Denn mit dem Futtermischwagen bringe er eine konstante, ausgeglichene Ration hin. «Am wichtigsten ist die Rohfaser», weiss Adam. Die bringt er mit rund 30 % fein gehäckseltem Luzerneheu in die Ration, hinzu kommen Gras- und Maissilage.

Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen LANDfreund-Ausgabe 01/2019 >>kostenloses Probeheft bestellen.

Schlagworte

Weide, utm, Adam, Landfreund, Oberdorf, Ziege, geschlossene, Vorteilspakete, halten, x2005

Kommentare

Kommentarfunktion de-/aktivieren

Kommentar hinzufügen...
Kommentieren

Das aktuelle Heft

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Abonnentendienst

Landfreund
Industriestr. 37
3178 Bösingen

Telefon 031 740 97 91
Fax 031 740 97 76
abo@landfreund.ch

Redaktion

Postadresse:
Bernstrasse 101
3052 Zollikofen
Telefon 031 915 00 10
redaktion@landfreund.ch

Anzeigen - AGRIPROMO

Dienstleistungen für
Ihr Marketing
Ulrich Utiger
Telefon +41 79 215 44 01
Fax +41 31 859 12 29
agripromo@gmx.ch