GV Proviande

Aktive Branche in schwierigem Umfeld

Klimapolitische Diskussionen, Trend zur Ernährung mit weniger Fleisch und witterungsbedingte Produktionsschwankungen sind nur einige Stichworte, welche die Fleischbranche herausfordern. Mit konkreten Massnahmen setzt sie sich deshalb im Bereich Tierwohl, Nachhaltigkeit oder Ernährung aktiv für die Anerkennung von Schweizer Fleisch ein.

Die Branche traf sich am 28. Juni zur Generalversammlung von Proviande in Basel. Der Präsi-dent des Verwaltungsrates, Dr. Markus Zemp, sprach in seiner Eröffnungsansprache das schwierige Umfeld an. Er rechnete der Branche hoch an, dass sie die Auswirkungen der gros-sen Trockenheit im Sommer 2018 auf den Schlachtviehmarkt gemeinsam bewältigte und alle Tiere verwertet werden konnten. Auch die Schweineproduzenten haben es geschafft, ihre Pro-duktion den Marktrealitäten anzupassen. Sie haben die Bestände reduziert und profitieren die-ses Jahr von besseren Preisen. Erfreulich für die Branche ist, dass trotz zunehmender Aktivitä-ten aggressiver Fleischgegner mit hoher Medienpräsenz, der Fleischverbrauch 2018 mit 52 kg/Kopf stabil blieb. Auch die Ergebnisse der Imagestudie von 2018 zeigen, dass Fleisch nach wie vor seinen Platz in der ausgewogenen Ernährung hat und insbesondere Fleisch aus der Schweiz von 94 % der Bevölkerung regelmässig konsumiert wird.

Politisch beschäftigte die Branche unter anderem die Neuausrichtung der Agrarpolitik AP 22+. Die im Rahmen der Konsultation zur AP 22+ vorgeschlagene Abschaffung der Inlandleistung als Kriterium bei der Vergabe von Zollkontingenten sowie die Aufhebung verschiedener Markt-entlastungsmassnahmen lehnt Proviande vehement ab.

Den klima- und ernährungspolitischen Diskussionen und Herausforderungen kann und will sich Proviande nicht entziehen. Sie will sich aber verstärkt dafür einsetzen, dass die Branche sich für ihre Tätigkeit nicht rechtfertigen muss und, dass Schweizer Fleisch entsprechend ihrer Vi-sion hohe Wertschätzung und Anerkennung geniesst. Für den Weg dahin wurde 2018 ein Konzept erarbeitet und vom Verwaltungsrat verabschiedet. Für die Handlungsfelder Ernäh-rung, Tierwohl und Nachhaltigkeit wurden eine Reihe von Massnahmen formuliert und die Ar-beiten zur Umsetzung an die Hand genommen.

Das Geschäftsjahr 2018

Der Direktor Heinrich Bucher informierte über die Aktivitäten im Geschäftsjahr 2018 und stellte ausgewählte Aktivitäten vor.

Im Bereich Ernährung wurde eine Kampagne lanciert, die aufzeigt, dass sich die negative Be-urteilung von Fett wissenschaftlich nicht begründen lässt und tierische Fette zu den lebensnot-wendigen Grundbausteinen der menschlichen Ernährung gehören. Die Kampagne zeigt, dass der Informationsbedarf hoch und die Vermittlung von Informationen wichtig ist. Mit der Marke-tingkommunikation «Schweizer Fleisch» werden im Rahmen mannigfaltiger Massnahmen in den Bereichen Werbung, Sponsoring & Events, PR, Ernährung, Gastronomie und Exportmar-keting die Fakten und Mehrwerte vermittelt, die den feinen Unterschied ausmachen.

Um eine hohe Wertschätzung und Anerkennung für Schweizer Fleisch entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu gewährleisten, bedarf es einer stetigen Überwachung der Qualität, der Märkte sowie der Handelsusanzen. Mit den Aufgaben, welche im Rahmen des Leistungs-auftrages des Bundesamtes für Landwirtschaft wahrgenommen werden, sorgt Proviande für

Transparenz, Übersicht und Ordnung. Mit dem neuen Leistungsauftrag für die Periode 2018 - 2021 ist Proviande mit der Überwachung der korrekten Ausschlachtung gemäss den Vorgaben der Schlachtgewichtsverordnung betraut. Dieser Bereich konnte 2018 erfolgreich aufgebaut werden.

Ein wesentlicher Bestandteil der hohen Wertschätzung und Anerkennung eines Produkts stellt die lückenlose Rückverfolgbarkeit dar. So ist die Schweizer Fleischbranche mit dem DNA-Her-kunfts-Check weltweit als erste in der Lage, auf nationaler Ebene zu belegen, dass dort wo Schweizer Fleisch draufsteht auch Schweizer Fleisch drinsteckt. 2018 konnte mit der Proben-erhebung im Schlachthof und im Detailhandel begonnen werden. Heute werden 87 % aller Rindviehschlachtungen beprobt.

Im Rahmen der Digitalisierung hat Proviande letztes Jahr die Nationale Marktdatenbank entwi-ckelt und realisiert. Damit kann auf öffentlichen Schlachtviehmärkten der Kontingentsstatus ei-nes Tieres überprüft werden. Ein ähnliches Nationales Programm zur einheitlichen Abwicklung von Schafmärkten ist konzipiert und die Schritte zur Realisierung sind eingeleitet. Weitere Pro-jekte im Bereich elektronische Datenerhebung stehen an.

Die Beispiele zeigen gemäss Bucher, dass Proviande zusammen mit allen Branchenmitglie-dern ihre Vision und Mission ernst nimmt und den Worten Taten folgen lässt.

Jahresrechnung genehmigt

Die Generalversammlung stimmte der Jahresrechnung sowie dem Antrag zur Gewinnvertei-lung zu und erteilte dem Verwaltungsrat für das vergangene Jahr Entlastung. Die Erfolgsrech-nung von Proviande ergab einen Jahresgewinn von CHF 76'448.-CHF.

Neu- und Ersatzwahlen

Der Vertreter der Geflügelproduzenten, Claus Ullmann, Eschenz, trat auf die GV 2018 als langjähriges Mitglied aus dem Verwaltungsrat zurück Die Generalversammlung wählte Adrian Waldvogel, Geflügelproduzent aus Stetten zu seinem Nachfolger.

Für den vakanten Sitz der Schaf- und Lammfleischproduzenten wurde Peppino Beffa, Präsi-dent des Schweizer Schafzuchtverbandes als Stellvertreter in den Verwaltungsrat von Provi-ande gewählt.

Als Vizepräsident für die Amtsperiode von einem Jahr wählte die Generalversammlung Oliver Engeli aus Engishofen. Die Metreba AG in Dübendorf wurde als Revisionsstelle für eine wei-tere einjährige Amtsperiode bestätigt.

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