Tierhaltung

Braunvieh am Scheideweg?

Rückläufige Besamungszahlen, verschiedene Zuchtziele und mangelndes Vertrauen in die Zuchtwerte. Die Rasse Braunvieh hat einige Baustellen. Wie bekommt sie noch die Kurve?

Es brodelt in der Braunviehszene. Allein der Rückgang der Kühe gleicht einem Aderlass: In den letzten zehn Jahren sind der Rasse in Deutschland, Österreich und der Schweiz knapp 60 000 Kühe verloren gegangen! Das ist mehr als die Gesamtzahl der Kühe in Österreich!
Derzeit stehen in den drei Ländern noch rund 334 000 Braunviehkühe unter Milchleistungskontrolle. Das entspricht einem Rückgang von 15 %. Demgegenüber konnten die Rassen Fleckvieh und Holstein ihre Populationen deutlich ausbauen (Übersicht 1). Ein ähnlicher Trend bei den Besamungszahlen: Mit knapp 109 000 Erstbesamungen machten die beiden bayerischen Besamungsstationen Memmingen und Greifenberg im Jahr 2017 sogar 35 % weniger Besamungen als noch vor zehn Jahren.
Mehr Fleischbesamungen

Ein sehr hoher Anteil der Braunviehkühe wird in Deutschland und Österreich inzwischen mit Fleischrassebullen, vor allem mit Weissblauen Belgiern (WBB) belegt. Im vergangenen Jahr lag er bei rund 20 %. Auch die Einkreuzung von Fleckvieh ist mit 5 % beachtenswert. Hauptgrund dafür dürfte die geringere Wertschöpfung aus dem Verkauf von Braunviehbullenkälbern und -Schlachtkühen sein. Denn die Preise für reinrassige Nutzkälber waren zuletzt mit 2,65 €/kg nur halb so hoch wie für Fleckvieh (5,70 €/kg). Und selbst WBB-Kreuzungen erlösten zuletzt nur 5 €/kg netto. Braunviehmastkälber sind gegenüber Fleckvieh trotz gleicher Rentabilität in der Bullenmast nicht gefragt.
«Der Anteil an Fleischrassebesamungen ist aufgrund der neuen Düngeverordnung zuletzt noch einmal gestiegen, weil viele Bauern jetzt ihren Viehbestand abstocken müssen. Ich schätze, dass wir inzwischen bei 35 % sind», berichtet Helmut Gossner, Geschäftsleiter der Besamungsstation Greifenberg. In Österreich führen sogar zwei WBB-Stiere die Liste mit den meisten Besamungen auf Braunviehkühe an; unter den Top sieben sind insgesamt drei WBB-Bullen zu finden.
In der Schweiz sieht die Situation anders aus: Hier kann das Braunvieh seine Vorteile als Doppelnutzungsrasse noch ausspielen. Aufgrund des geschlossenen Fleischmarktes erzielen Braunviehkühe enorme Schlachtpreise bis zu 3000 CHF.

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