Bruno Häberli trennt die Vor- und Ausmast

Ab dem 1. September 2018 sind Vollspaltenböden für Mastschweine in der Schweiz verboten. Die Landwirte müssen den Tieren dann auch mehr Fläche zur Verfügung stellen. Wir besuchten drei Betriebe, die bereits umgebaut haben.

Artikel aus der LANDfreund-Ausgabe 11/2016

Bruno Häberli hält in seinem Stall in Stalden (OW) rund 550 Mastschweine. 2014 baute er den Vormaststall und im letzten Jahr den Ausmaststall um. Dem Schweinehändler waren drei Punkte wichtig: Der Wärmehaushalt in der Vormast und die Sauberkeit sowie die Arbeitswirtschaft in der Ausmast.
In der Vormast liess Häberli den Spaltenboden vorne und hinten bestehen. Die Fläche dazwischen betonierte er aus. Er achtete beim Umbau auf eine gute Bodendämmung. Zusätzlich befestigte er an den Buchtenwänden Holzdeckel. «Die Schweine nutzen den Unterschlupf gerne und das kostengünstige System erfüllt seinen Zweck», so der Landwirt. Auf eine Heizung unter den Deckeln verzichtete er bisher. Auf dem vorderen Spaltenboden liess er den Fütterungsautomaten einbauen. Der Landwirt meint: «Für die Zirkulation der Tiere wäre es besser, wenn der Automat in der Mitte der Bucht stehen würde. Weil er hingegen ganz vorne angebracht ist, kann ich ihn vom Laufgang aus bedienen.» Bessere Zunahmen
Bessere Zunahmen
Jede Gruppe à 30 Schweine hat Zugang zu jeweils zwei Fütterungsautomaten. Obwohl jeder einzelne für 80 Tiere abgenommen wäre, stellte Häberli fest, dass die Tiere viel ruhiger sind, wenn sie besseren Zugang zum Futter haben. Neben den Spaltenböden baute der Landwirt in allen Vor und Ausmastbuchten Kotschlitze ein. Von diesen ist er begeistert.
Im Ausmaststall entschied sich Häberli für einen Spaltenboden mit 5 % Perforationsanteil. Die Lüftung musste er in beiden Ställen anpassen. Die Zuluft kommt nun aus Lochdecken, welche über dem Laufgang installiert sind. In der Mitte der Buchten befinden sich die Abluftkamine. Diese musste Häberli nicht ersetzen.
In den alten Ställen gab es mehrere Laufgänge. Auf diese verzichtete der Landwirt beim Umbau mehrheitlich. Dadurch gewann er an Fläche. Auch durch die Trennung der Vor- und Ausmast konnte Häberli Platz einsparen
Mit seinem neuen Stall ist der Landwirt sehr zufrieden. Die Zunahmen seien seit dem Umbau höher und die Fleischqualität habe sich verbessert, erwähnt er. Vor allem die neue Fütterungstechnik bringt dem Landwirt einige Vorteile: Sie ist einfach zu bedienen und braucht wenig Unterhalt. Die Gruppenhaltung funktioniert gut. Die Gefahr von Kannibalismus sei jedoch höher, so Häberli. Die Tiergesundheit im Allgemeinen blieb unverändert. Häberli erwähnt aber, dass die Tierbeobachtung im neuen Stallsystem schwieriger sei. Ausserdem brauche er mehr Zeit, um kranke Tiere auszusortieren.

Zu Teil 1: Josef Schnider
Zu Teil 3: Roland Huber

Wasser, das wichtigste Futter

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LANDfreund

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