Kultiviertes Fleisch

Das Fleisch von morgen? Plus

Eine Innovation aus dem Labor könnte in naher Zeit die Fleischmärkte auf den Kopf stellen: In-vitro-Fleisch. Auch die Bell Food Group geht mit dem Trend.

Beim Unternehmen Super Meat in Israel sieht es aus wie in einer Brauerei. Nur, dass in den geschlossenen Kesseln kein Bier heranreift, sondern Stammzellen von Hühnchen, Enten oder anderem Geflügel.

Der Zyklus, innerhalb dessen sich die Zellen verdoppeln, beträgt nur zehn Stunden. Dieses exponentielle Wachstum ist eine der Grundlagen, warum die Technologie so erfolgversprechend ist. Um es deutlicher zu machen: Stellen Sie sich vor, Sie halten 10000 Hühner. Abends schlachten Sie 5000, am nächsten Tag ist die Menge wieder auf 10000 Tiere angewachsen. Was im Geflügelstall utopisch ist, funktioniert im Bioreaktor wunderbar und bietet vielleicht die Grundlage, zehn Milliarden Menschen oder noch mehr zu ernähren und mit ausreichend Protein zu versorgen.

Auch Schweiz investiert

Aber nicht nur in Israel forscht man an Fleisch aus dem Labor. Wechseln wir in die Niederlande: Dort arbeitete das Unternehmen Mosa Meat die letzten sieben Jahre emsig. Jetzt ist die Marktreife in greifbare Nähe gerückt.

Im Juli 2018 hat sich die Bell Food Group, die international tätige Nummer eins der Schweizer Fleischbranche, an Mosa Meat beteiligt und rund 2Mio.€ investiert. «Wir wollen dabei sein, wenn neue Technologien in unserem Kerngeschäft entwickelt werden», begründet Bell-Food-Group-CEO Lorenz Wyss das Engagement.

Die Fleischbranche investiert also in «Cultured Meat», wie der Fachbegriff im Englischen heisst. Dieses Phänomen kann man auf mehreren Kontinenten...

Jetzt anmelden und sofort weiterlesen. Plus

Melden Sie sich an oder erstellen Sie ein kostenloses Konto und erhalten Sie Zugriff auf diesen und alle weiteren relevanten Beiträge sowie auf unsere exklusiven Newsletter. Testen Sie jetzt, ganz unverbindlich.

Die Redaktion empfiehlt

Biogas in Deutschland

Starker Rückbau von Biogasanlagen

vor von LANDfreund

Für 2020 rechnet der deutsche Fachverband Biogas mit der Stillegung von 250 Anlagen. Bei einem Neubau von nur 90 Anlagen kommt es erstmals netto zu einem Rückgang der Anlagenzahlen.