Rind

Die Highlights vom DairyEvent 2019 Plus

Die Teilnehmer der top agrar-Tagung in Landsberg am Lech löcherten die drei Referenten aus den USA, Kanada und Niedersachsen mit ihren Fragen. Hier die brennendsten Themen.

In den USA legen große Milchviehbetriebe ihren Fokus stärker auf niedrige Zellzahlen, weil dadurch mehr Milch möglich ist. Wie schaffen Sie es, dauerhaft unter 100 000 Zellen zu bleiben?

Dr. Ben Shelton: Viele kleine Maßnahmen tragen dazu bei. Der Schlüssel sind sicher saubere Kühe: Euter und Zitzen müssen immer sauber sein. Außerdem müssen eine penible Melkhygiene und eine durchdachte Melkroutine eingehalten werden. Gute Betriebe überprüfen die Funktionalität ihrer Technik regelmäßig, ziehen Tupferproben und trainieren ihr Melkpersonal permanent. Jegliche Schludrigkeit ist tabu. Kranke Kühe müssen frühzeitig identifiziert und separiert werden. Ein weiterer Beitrag ist der Einsatz eines Zitzenversieglers bei allen Kühen. Nur bei über 140 000 Zellen setzen wir antibiotische Trockensteller ein. Übrigens auch bei den Färsen. Seitdem wir unsere Färsen mit Antibiotika und Zitzenversiegler behandeln, konnten wir die Zahl der Färsenmastitiden um 9 % senken und die Leistung in der 1. Laktation um 700 kg erhöhen.

Hitzestress führt zu höheren Zellzahlen. Was empfehlen Sie dagegen?

Shelton: Eine wirksame Kühlung im Kuhstall funktioniert nur über die Kombination von Ventilatoren mit Wasser. Von einer Verneblung halte ich nicht viel. Besser ist es, die Kühe nass zu machen. Bei uns laufen die Ventilatoren ab 17 °C alle sieben Minuten, ab 30 °C alle drei bis vier Minuten.

Sie schwören auf Sandboxen für mehr Kuhkomfort. Was passiert nach der Entmistung mit dem Gülle-Sand-Gemisch?

Shelton: Wir...

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