Tierhaltung

Fünf Melksysteme im Vergleich

Der LANDfreund hat sich fünf konventionelle und automatische Melksysteme in der Praxis angeschaut. Wie komfortabel sind sie für Tier und Mensch? Was zeichnet die einzelnen Systeme aus?

Warum entscheiden sich Landwirte für das jeweilige Melksystem? Sie wählen das Fabrikat passend zum Betrieb und der eigenen Person aus. In erster Linie spielen die Vorlieben und Arbeitsroutinen des Melkers hierfür eine Rolle. Der eine Milchviehhalter ist technikaffiner, ein anderer kann sich kein Melken ohne Kontakt zur Kuh vorstellen. Auch von der Betriebsgrösse hängt die Wahl des Systems ganz wesentlich ab. Nicht nur bei der Investitionshöhe gibt es entscheidende Unterschiede.

Aber welche Vor- und Nachteile haben die einzelnen Melksysteme? Das wollten wir wissen und haben je eine Melkzeit auf Betrieben mit den folgenden Systemen mitgearbeitet:

Karussell (20er Innenmelker), GEA

Swing-over (12er), Milkline

Fischgräte (2x4, 30°), DeLaval

Rohrmelkanlage (fünf Melkeinheiten), DeLaval

automatisches Melksystem (AMS), Lely A3 Next

Die fünf Betriebe melken zwischen 40 und 60 Kühen und sind in der gesamten Schweiz verteilt. Die Auswahl geschah nach dem Zufallsprinzip. Bis auf einen Betrieb stehen alle Tiere in Laufställen mit eingestreuten Tiefboxen. In einem Betrieb befinden sich die Kühe in einem neuen Anbindestall. Der älteste Melkstand ist 15 Jahre alt und hat das Fischgrätensystem. Der Melkroboter wurde 2014 angeschafft, der Swing-over-Melkstand 2011. Das Karussell steht seit 2018 in dem damals neu gebauten Stall.

Wichtig festzuhalten: Jeder Landwirt hat heute die Möglichkeit, fast jede Ausstattung beim Melksystemhersteller zu kaufen. Wir schauen in unserem Melksystemvergleich immer nur auf die Ausstattung, die der jeweilige Betriebsleiter in seinem Melkstand auf seinem Betrieb hat. Deshalb machen wir auch keine allgemeingültigen Aussagen über die einzelnen Melksysteme. Denn die meisten Hersteller von Melktechnik bieten etliche Optionen an.

Melken mit Weidegang

Alle Kühe auf den Betrieben haben Weidegang und werden im Stall gemolken. Nur der AMS ist fahrbar, in einem Container auf Rädern, untergebracht. Der Roboter steht im Laufhof beim Stall im Dorf oder auf der Alp.

Beim Melken haben wir vor allem auf folgende Kriterien geachtet:

  • Ein- und Austrieb
  • Vorarbeiten
  • Melken
  • Nacharbeiten
  • Melkkomfort für Tier und Mensch

Die Funktionsfähigkeit der Melksysteme haben wir nicht überprüft, gehen aber davon aus, dass es keine Beanstandungen gibt. Weder im Tier- noch im Arbeitsbereich des Melkers gibt es störende Gegenstände, die zu einem Verletzungsrisiko führen könnten.

Insgesamt sind die Melksysteme nur bedingt vergleichbar, da sie vom Grundsatz verschieden aufgebaut sind. Als Gründe sind unter anderem zu nennen:

  • konventionelle und automatische Melksysteme.
  • Durch die...