Sauenfütterung

Grosse Würfe gut versorgt Plus

Um viele Ferkel an der Sau bestmöglich und verlustarm aufzuziehen, ist ein gutes Fütterungskonzept erforderlich. Die Milchleistung und -qualität können Sie mit einfachen Massnahmen optimieren.

Die Leistung der Schweineherkünfte hat sich über die Jahre rasant entwickelt. Doch sind wir auf diese hohen Leistungsanforderungen vorbereitet – was Management und Fütterung betrifft? Worauf müssen Sauenhalter unbedingt achten? Was können diese noch besser machen?

Sauen auf Kondition füttern

Die Grundlage für hohe Leistungen liegt vor allem in der sogenannten Konditionsfütterung. Dafür sollten Landwirte in der Lage sein, ihre Sauen in den einzelnen Produktionszyklen konditionsseitig zu beurteilen und in die entsprechende Konditionsklasse (Übersicht 1) einzuordnen.

Die Sauenkondition sollte immer zwischen mindestens 2,5 und nicht wesentlich höher als 3,5 rangieren. Die optimale Kondition von 3 sollten Landwirte möglichst schnell nach erfolgreicher Belegung erreichen. Auf Basis der Zuchtkondition sollten sie daher die Futtermenge pro Sau zuteilen.

Sie müssen dazu nicht unbedingt laufend die Speckdicke mit dem Ultraschallgerät messen. Sie sollten mit dem Auge die Kondition beurteilen können. Nur gezielt auf Kondition gefütterte Sauen sind in der Lage, ihr genetisches Leistungspotenzial umzusetzen und der Vielzahl lebend geborener Ferkel ausreichend Geburtsgewicht mitzugeben. Und nur solche Sauen haben auch die Möglichkeit, genügend Milch von Anfang an – also eben auch genügend Kolostralmilch – zu bilden. Beachten Sie dabei, dass die Milch der eigenen Mutter neben der Nährstoffversorgung als einzige Quelle für Antikörper (Immunglobuline) dient. Denn Ferkel werden ohne diese geboren.

Der Gehalt der wichtigen Immunglobuline (IgG) in der Kolostralmilch geht in den ersten zwölf Stunden nach Einsetzen des Milcheinschusses in das Gesäuge deutlich zurück (siehe Übersicht 2). Dies bestätigt auch eine aktuell in Finnland und den Niederlanden durchgeführte wissenschaftliche Arbeit.

Geringeres Absetzgewicht

In den ersten zehn Stunden nach der Geburt reduzierte sich der Gehalt an IgG um 43 %. 70 % der untersuchten Sauen hatten nach 24 Stunden einen um 80 % verringerten Gehalt an IgG in der Milch. Ein weiterer wichtiger Faktor ist, wie viel Kolostralmilch die Ferkel aufnehmen. Ferkel, die nur 200 g Kolostralmilch aufnahmen, hatten im Vergleich zu Ferkeln, die 350 g und mehr Kolostralmilch...

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