Fachtagung

Höhere Labelanforderungen für Glaubwürdigkeit

Am Fachnachmittag für Schweinehaltung vom Strickhof wurde über Labelentwicklung und Stallklima in der Schweinehaltung referiert. Beide Themen beinhalten einige Herausforderungen.

Am 24. Februar fand der Fachnachmittag zum Thema Schweinehaltung, organisiert vom Strickhof statt. Urs Haslebacher von der Suisseporcs und Niklaus Hofer von IP Suisse widmeten sich dem Thema Labelentwicklung. Markus Sax von der Agroscope erklärte wie im Schweinestall das optimale Klima erreicht werden kann.

Unterstützt wurde die Veranstaltung von IP-Suisse, Agro Weber, Suisseporcs und ATX Suisse.

Produktion von Tierwohl höher als Verkauf

Momentan werden im Bereich Schweinefleisch mehr Labelprodukte produziert als verkauft, erklärt Haslebacher. So gerate der Aufpreis regelmässig unter Druck. Dies liege zum einen an den Kaufentscheidungen der KonsumentInnen, zu einem grossen Teil aber auch an den Detailhändlern, die den Verkauf von Labelprodukten zu wenig förderten. Mit einer Petition forderte Haslebacher bei Migros, Coop und IP Suisse (IPS) den Einbezug der IPS Fachgruppe Porc in die Gespräche mit den Abnehmern, die Festlegung einer verbindlichen Mengen- und Absatzplanung im IPS-Schweinemarkt, die Festlegung einer fixen Labelprämie von 50 Rp. Pro kg Schlachtgewicht und die Absatzförderung von Schweine-Labelfleisch.

Sterne für Label

Damit die KonsumentInnen ihre Einkäufe einfacher ihren Ansprüchen anpassen können, schlägt die Suissporcs ein Sternesystem vor. Je höher das Tierwohl des entsprechenden Labels, desto mehr Sterne soll es erhalten. Maximal drei Sterne sollen möglich sein für Labels wie Bio, IPS, Alpschwein usw. Wann und ob dieses System eingeführt wird, ist noch nicht klar.

Anforderungen steigen

Niklaus Hofer sprach davon, dass das Vertrauen in Label gesteigert werden müsse. Dazu gehörten Kontrolle, Transparenz und genügend hohe Anforderungen. IPS plant eine Verschärfung der Labelrichtlinien. Seit diesem Jahr ist den Schweinen Beschäftigungsmaterial zur Verfügung zu stellen, wenn Kurzstroh eingesetzt wird. Sukzessive soll das Platzangebot pro Schwein vergrössert werden. Die Phasenfütterung soll eingeführt werden, sowie die Teilnahme am Schweinegesundheitsprogramm. Die genauen Neuerungen finden Sie auf der Webseite von IPS.

Denken Sie an die Luftfeuchtigkeit

Markus Sax von der Agroscope legte den Schwerpunkt auf die Luftfeuchtigkeit im Schweinestall. Diese spiele eine zentrale Rolle im Temperaturhaushalt der Schweine, weil sie nicht schwitzen können. Die eingeatmete Luft reichere sich in der Lunge mit Wasser an und werde wieder ausgeatmet. Dies hat einen kühlenden Effekt, der wesentlich für die Abkühlung des Schweines ist. Ist die relative Luftfeuchtigkeit zu hoch, wird dieser Effekt verschwindend klein. Weil bei tiefen Lufttemperaturen die relative Luftfeuchtigkeit schnell steigt, müsse bei der Kühlung des Stalls darauf geachtet werden, dass feuchte Luft mit Ventilatoren abtransportiert wird.

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