Schlachtschweinemarkt

Inlandanteil muss unter 94%

Die Schweinebranche schaut auf eine ereignisreiches 2018 zurück. Haupttreiber der Herausforderungen waren der über lange Zeit angespannte Markt und insbesondere der enorme Margen-Druck.

Am 10. April 2019 fand in Lupfig (AG) die 49. Generalversammlung der Genossenschaft PROSUS statt.

Eröffnet wurde die Versammlung vom Präsidenten Alexander Fust: „Der Schweinehandel litt 2018 unter verschiedenen Entwicklungen, die auch wir zu spüren bekamen. Die angespannte Marktlage bei den Abnehmern und den Konsumenten äusserte sich schliesslich in einem hohen Margendruck im Schweinehandel.“

Überangebot zu Jahresbeginn

Der Schlachtschweinemarkt war zu Jahresbeginn 2018 extrem unter Druck. Ein hohes Angebot und tiefe Schlachtungen im Dezember 2017 führten zu einem massiven Überangebot im Januar 2018. Der Rückstau führte auch zu einem sehr hohen nationalen Schlachtgewichtsdurchschnitt von 91.6 kg. Es dauerte bis Kalenderwoche 11, bis nach 32 Wochen endlich wieder ein Preisaufschlag realisiert werden konnte. Von diesem Zeitpunkt an verlief der Schlachtschweinemarkt ähnlich freundlich wie im Vorjahr.

„Obwohl das Schlachtschweineangebot ab dem Monat Mai rückläufig wurde, dauerte das Preishoch nicht lange an“, berichtet Josef Schurtenberger, Geschäftsführer Prosus. „Verantwortlich dafür waren die hohen Schweinefleisch-Lager, welche von den Abnehmern sukzessive abgebaut wurden. Dieser Abbau verringerte die Nachfrage nach Schlachtschweinen, was sich wiederum negativ auf die Preisentwicklung auswirkte.“

Schweinefleischkonsum ist rückläufig

Fakt ist: der Schweinefleischkonsum ist rückläufig. Das negative Image beim Schweinefleisch hält sich hartnäckig. Weniger Fleisch essen liegt im Trend. „Zudem wurde unser wertvolles Nahrungsmittel aufgrund einer viel zu hohen Inlandproduktion vom Detailhandel nur noch mit Tiefpreis-Aktionen verschleudert“, so Schurtenberger. „Dass dabei die Wertschätzung für das feine Schweinefleisch verloren geht, versteht sich von selbst.“ Ziel sei es das Image des Schweinefleisches nachhaltig zu verbessern. „Wir müssen lernen, dass wir alle aktive Schweinefleisch-Botschafter werden müssen“, appelliert Schurtenberger an die Produzenten.

Der rückläufige Schweinefleischkonsum steht in einem Spannungsfeld mit dem hohen Inlandanteil und führt zu einem übersättigten Markt.

„Erfreulicherweise wurden die Aufrufe betreffend Produktionsanpassungen von den Züchtern umgesetzt“, sagt Schurtenberger. Gemäss Proviande-Statistik ging die mengenmässige Schlachtschweineproduktion in der Berichtsperiode um 3.2% zurück. Der Inlandanteil der verfügbaren Menge an Schweinefleisch (ohne Einkaufstourismus) nahm um 0.8% auf 95.5% ab. „Der Inlandanteil muss zwingend unter 94% gesenkt werden“, mahnt Schurtenberger.

Abschliessend stellt Schurtenberger fest, dass sich das vergangene Geschäftsjahr nahtlos in die Reihe der vorangegangenen, anspruchsvollen und herausfordernden Jahresperioden einreiht. „Haupttreiber unserer Herausforderungen waren auf der einen Seite der über lange Zeit angespannte Markt und insbesondere der enorme Margen-Druck, die Reaktionen auf das Label LTN und schliesslich gegen Ende des Jahres der Entscheid von Coop“, so Schurtenberger. Kurz vor Weihnachten verkündete Coop die Hiobsbotschaft, dass PROSUS ab 2020 nicht mehr als Vermarkter für Coop Naturafarm zugelassen sein würde. „Glücklicherweise hat Coop ihren Entscheid wieder revidiert“, sagt Schurtenberger.

Prosianer 2018

Also Prosianer 2018 wurde der Schweinezüchter Peter Anderhub aus Muri (AG) ausgezeichnet.

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Artikel geschrieben von

Nadine Maier

Redaktorin

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