Tierhaltung

Ist Impfen die Lösung?

Seit fünf Monaten gibt es einen Impfstoff gegen Streptokokkus uberis. Die Impfung gegen diese Euterentzündungen wirkt aber nur, wenn der Betriebsleiter gleichzeitig Massnahmen zur Optimierung der Haltung, der Hygiene und des Melkvorgangs ergreift.

Streptokokkus uberis ist ein Name, der bei Schweizer Milchproduzenten unterdessen sehr bekannt und geläufig ist. Der Keim ist heute der häufigste Erreger von Euterentzündungen in der Schweiz und auch in diversen anderen Ländern.

Im vergangenen Jahr ging es bei fast 80 % der Anfragen beim Rindergesundheitsdienst (neu Rindergesundheit Schweiz, RGS) um diesen Erreger. Man findet ihn unter anderem auf der Haut, den Tonsillen, im Darm gesunder Kühe und dadurch im Kot und in der Umwelt.

In Laufställen und auf Weiden kann man richtige Hotspots mit erhöhtem Erregerdruck finden – insbesondere dort, wo sich Tiere vermehrt länger aufhalten wie im Wartebereich vor dem Melkstand, bei Tränken und auf der Weide an beliebten und häufig benutzten Liegeplätzen oder an feuchten Stellen.

Streptokokkus uberis ist eigentlich ein klassischer Umweltkeim. In den vergangenen Jahren sind aber vermehrt Stämme aufgetreten, die sich von Kuh zu Kuh, also durch kontaminiertes Melkzeug übertragen liessen.

Die Bekämpfung von Streptokokkus-uberis-Problemen ist auf Herdenebene alles andere als einfach. Es gibt diverse Risikofaktoren, welche eine Infektion begünstigen (siehe Checkliste). Die Erfahrung des RGS zeigt, dass die auslösenden Faktoren bei jedem Problembetrieb sehr divers sind. Deshalb muss der Landwirt zusammen mit dem Tierarzt zuerst im Detail erheben, woher die Probleme kommen könnten. Erst dann kann man ein Bekämpfungskonzept ausarbeiten. Zur Unterstützung gibt es einen Bekämpfungsleitfaden. Sie finden ihn auf www.rgs-ntgs.ch.

Die Ursachen...